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Ein neues Zuhause für die Kleinsten unter uns

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Vertreter der Stadt Gladenbach und der Kirchengemeinde trafen sich nun zur offiziellen Eröffnung der Krippengruppe im evangelischen Kindergarten Mornshausen.

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Pfarrer Thomas Schmidt (links), Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (zweiter von rechts) und Kindergartenleiterin Dorothee Hilberg (rechts), zusammen mit Mitarbeiterinnen des Kindergartens und den jüngsten Hausbewohnern. Foto: Anita Ruprecht

Mornshausen/S. . Erste Überlegungen für den Bau einer Krippengruppe habe es bereits im Jahr 2009 gegeben, sagte Pfarrer Thomas Schmidt. Schon vorher gab es im Kindergarten Mornshausen eine „alterserweiterte“ Gruppe, in der unter recht provisorischen Bedingungen zwei- und dreijährige Kinder betreut wurden.

In dem über 40 Jahre alten Gebäude wurde es aber irgendwann zu eng. Auf einen Personalraum mussten die Angestellten verzichten und der Wickelplatz für die Kleinkinder war nur provisorisch eingerichtet.

Im Hinblick auf die sinkende Zahl an Kindern, sah der neue Plan vor, dass der bisher dreigruppige Kindergarten in einen Kindergarten mit zwei Gruppen umgewandelt werde. Dort kümmern sich die Pädagogen für drei- bis sechsjährige Kinder. Die zusätzlichen Krippengruppe für unter Dreijährige, bietet Platz für zehn Kinder. Im Anbau befinden sich der neu eingerichtete Sanitärbereich und der Schlafraum für die unter dreijährigen Kinder.

Im Untergeschoss befindet sich nun der Personalraum für die Mitarbeiterinnen des Kindergartens und ein Raum mit separatem Eingang, der als Jugend- und Multifunktionsraum der Kirchengemeinde genutzt werden soll. Der neue Personalraum war vorher der Jugendraum der Kirchengemeinde. Für den Neubau des Raums musste die Kirchengemeinde 50000 Euro aufbringen und stieß damit deutlich an ihre Schmerzgrenze, erläuterte Pfarrer Schmidt.

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte zunächst einer Vorlage mit einer Deckelung der Kosten auf 378000 Euro zu. Dabei zog die Versammlung aber die Option neu zu entscheiden, falls die Kosten höher liegen würden.

Kurze Bauzeit überrascht auch den Architekten

Auch wegen der schwierigen Bodenverhältnisse entstanden Mehrkosten in Höhe von 62000 Euro und der Entscheidungsweg durch die Gremien der Stadt Gladenbach musste erneut begangen werden.

„Wir hätten gerne etwas größer gebaut, aber wir mussten die Entscheidungen von Träger und Stadt akzeptieren“, sagte Dennis Päulgen vom ausführenden Architekturbüro. Nach den langwierigen Entscheidungsprozessen, war er aber mit der relativ kurzen Bauzeit von sechseinhalb Monaten sehr zufrieden. Die voraussichtlichen Gesamtbaukosten betragen nun 398000 Euro, also „nur“ 22000 Euro teurer als ursprünglich veranschlagt, sagte Päulgen. Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim sprach hinsichtlich der Planung und Entscheidungsfindung von „schwierigen Zeiten“. Im Hinblick auf die räumlichen Unzulänglichkeiten des Kindergartens in Bezug auf einen Grundschulstandort, habe sich die Stadt letztlich für die Einrichtung einer Krippengruppe entschieden. Die Stadt habe mit knapp 70 öffentlichen und privaten Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder das gesetzlich vorgegebene Ziel von 35 Prozent erreicht, sagte der Bürgermeister.

Der Mornshäuser Umbau belaste den Stadtsäckel mit rund 300000 Euro. „Im Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2014 schlagen die Kosten der laufenden Kinderbetreuung mit 1,4 Millionen Euro zu Buche“, sagte Knierim.

Der Ausbau der Kinderbetreuung sei wichtig für die Gesellschaft, aber es ginge nicht an, dass Bund und Länder gesetzliche Vorgaben schafften, die Kommunen mit ihren ohnehin schon defizitären Haushalten aber allein ließen, konstatierte der Bürgermeister.

Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt übergab während der Feierstunde einen Scheck in Höhe von 12000 Euro. Diese Summe setzt sich aus vielen Kleinspenden von Privatpersonen, zwei großen Spenden von Mornshäuser Vereinen und 1000 Euro aus den Verfügungsmitteln des Ortsbeirats zusammen.

von Anita Ruprecht

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