Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Ein Stück Grenze zum täglichen Anfassen
Landkreis Hinterland Ein Stück Grenze zum täglichen Anfassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 17.04.2012
In limitierter Auflage von 275 Exemplaren gibt es die stilisierten Grenzsteine, die (von links) der Werbebeauftragte des Biedenkopfer Grenzgangskomitees, Volkhard Ferchland, Friedhelm Krüger und Steinmetz Thomas Blöcher vorstellten. Quelle: Sophie Cyriax

Biedenkopf. Zum ersten Mal hat das Komitee des Biedenkopfers Grenzgangvereins eine originalgetreue Abbildung von jedem der 275 Grenzsteine anfertigen lassen, ergänzt um das stilisierte Profil des Mohrs und einer Widmung an den Grenzgang 2012. Die bis zu 25 Kilogramm schweren Duplikate aus Sandstein werden gemeinsam mit einer Urkunde verkauft, die im Wortlaut aus 1780 den Standort des jeweiligen Grenzsteins beschreibt.

Wer beispielsweise den Stein Nummer Eins kauft, bekommt zu seinem 34 Zentimeter hohen Sandstein die Urkunde mit dem Zitat aus der „Stadt Biedenköpfer Gränz- und Steinsetzungs-Beschreibung verfertiget in anno 1780“. Darin heißt es zum Grenzstein Nummer Eins: „Stehet am Fuße des Kleebergs über der Landstraße.“ Wer sich für den Stein Nummer 218 entscheidet, bekommt die Urkunde mit der Aufschrift „Hat seine Stelle auf dem Höchsten des Franckenkopfs beym Jagdstock.“

Die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion hatten Komitee-Mitglieder während der Nachversteinung der Biedenkopfer Stadtgrenze im vergangenen Jahr. „Wir wollen den Biedenkopfern ein Stück Grenze zum Anfassen bieten“, erklärte Komitee-Mitglied Uwe Funk bei der Vorstellung der Sandsteine in den Räumen der Firma „Krüger Erodiertechnik“ in Biedenkopf.

Der Wallauer Steinmetz Thomas Blöcher, nach eigenen Angaben ein „enger Freund des Biedenkopfer Grenzgangs“, hat die stilisierten Grenzsteine aus Mainer Sandstein gehauen. Mit einer CNC-Fräsmaschine hat Komitee-Mitglied Friedhelm Krüger die Steine beschriftet und die Umrisse ausgefräst. Für die Urkunden hat unter anderem Komitee-Ehrenmitglied Karl-Heinz Schneider in den Archiven recherchiert und die Standortbeschreibungen aus dem Protokollauszug von 1780 herausgesucht.

Der Vorstand des Grenzgangsvereins hält in einer Tabelle fest, welcher Stein bereits verkauft ist: „Die Auflage ist limitiert, jeden Stein gibt es garantiert nur ein einziges Mal“, erklärt Uwe Funk. Wer einen Grenzstein bestellen möchte, kann zwischen zwei Größen wählen. Die größeren Steine sind 34 Zentimeter hoch, 20 Zentimeter breit und 10 Zentimeter dick. Sie wiegen rund 25 Kilogramm und kosten 135 Euro. Die kleineren Steine sind 21 Zentimeter hoch, 12 Zentimeter breit und 6 Zentimeter dick, wiegen rund 15 Kilogramm und kosten 85 Euro.

Zu dem Stein gibt es die Urkunde mit der Standort-Beschreibung im Wortlaut von 1780 sowie ein Foto des Original-Grenzsteins.

Die Bestellformulare für die stilisierten Grenzsteine gibt es bei den Mitgliedern des Komitees oder im Internet auf der Seite des Grenzgangsvereins, www.grenzgangsverein.de. Produziert und ausgeliefert wird nur gegen Vorkasse. Interessierte sollten sich ranhalten, meint Komitee-Mitglied Uwe Funk: „Wir gehen davon aus, dass die Steine ruck, zuck vergeben sind.“

von Sophie Cyriax