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Ein Mädchentraum geht in Erfüllung

Miss-Germany-Wahl Ein Mädchentraum geht in Erfüllung

Modenschauen, Empfänge, Autogrammstunden, Foto-Shootings: Eleonora Frank träumt davon, als Miss Germany ein Jahr im Rampenlicht zu stehen.

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Eleonora Frank nimmt als amtierende Miss Westdeutschland am 23. Februar an der Miss-Germany-Wahl im Europapark in Rust teil.Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Wommelhausen. Modenschauen, Empfänge, Autogrammstunden, Foto-Shootings: Eleonora Frank träumt davon, als Miss Germany ein Jahr im Rampenlicht zu stehen.

von Silke Pfeifer-Sternke

Wommelhausen. Die 22-jährige Eleonora Frank gleitet fast elfenhaft auf lila Socken durch das Wohnhaus ihrer Eltern. Sie hat das, wovon tausende Mädchen träumen: Traummaße und ein ebenmäßiges Gesicht. Sie ist 1,73 Meter groß und extrem schlank. Sie ist ein Leichtgewicht mit dem nötigen Biss, sich gegen ihre Misswahl-Konkurrentinnen durchzusetzen. In ihrem Zimmer sammelt sie Miss-Wahl-Schärpen wie ­andere Briefmarken.

Ihre Qualitäten hat Talent-Scout Lutz Riemenschneider, der seit Jahren Kandidatinnen für das 1960 von Horst Klemmer gegründete Unternehmen „Miss Germany Cooperation“ (MGC) betreut, erkannt. Der natürliche Tween ist ihm in der Masse der Kirchenmarktsbesucher sofort ins Auge gefallen. Riemenschneider setzte Eleonora Frank den Floh mit den Miss-Wahlen ins Ohr. Er lud sie ein, teilzunehmen. Prompt wurde sie im November 2011 Erste bei der Miss Ashampoo-Wahl im Marburger Mexicali. Ein Sexy-Cocktailkleid und hochhackige Schuhe hat sie sich extra gekauft. Das Makeup und die Frisur mussten natürlich auch stimmen.

Beim Essen verzichtet Eleonore Frank auf nichts

Ob sie zur Miss-Wahl eine Hochsteckfrisur oder ihr langes blondes Haar offen trägt, macht Eleonora Frank vom Kleid abhängig. Die Frisur könnte die Jury von einem „superschönen Kleid“ ablenken. Ob Blondinen gefragt sind, hängt von der Jury ab. Gefragt ist aber offenbar der smarte, natürliche und selbstbewusste Typ. Eleonora Frank hat viel vor. Nach ihrem Fachabitur besucht sie nun das Abendgymnasium an der Adolf-Reichwein-Schule und will ihr Abitur machen. Dreieinhalb Jahre dauert der Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg. Sie will studieren: Gymnasiallehramt. Ihr fehlte mit dem Fachabitur die zweite Fremdsprache.

Über ihr Gewicht verliert sie keine Silbe. Sie ist nicht, was sie isst. Während andere Misswahl-Kandidatinnen vor ihrem Auftritt hungern, packt Eleonora Frank erst einmal ein Stück Schokolade aus und gönnt sich einen großen Schluck Coca Cola. Ihr Speiseplan sieht keinesfalls nur Rohkost vor. Sie liebt Deftiges. „Ich verzichte auf nichts.“

Im April 2012 setze sich die Zartgliedrige gegen 18 Bewerber um die Krone der Miss Oberhessen durch. Bei der Miss-Hessen-Wahl in Gießen Anfang Januar lief es ungewohnt schlecht. Eleonora Frank belegte den undankbaren 4. Platz. Davon lässt sie sich aber nicht demotivieren. Sie nutzte eine zweite Chance und stellte ihre Daten und Fotos bei der Miss-Westdeutschland-Wahl der Firma MGC zum Online-Voting ein. Es war der für sie spannendste Wahlausgang. Beim Online-Voting kam sie nur auf Platz 4, aber die Jury musste noch ihr Urteil fällen und katapultierte die Wommelshäuserin auf Platz 1. Als Miss Westdeutschland darf sie nun auf die Krönung als Miss Germany hoffen.

Am 3. Februar fahren Miss Westdeutschland, Eleonora Frank, und Miss Mitteldeutschland, Stefanie Leicht, zusammen in den Europapark Rust. Dort werden 24 „Damen“ nach einem professionellen Styling gekrönt, bevor es am 5. Februar für zehn Tage in eine Clubanlage nach Fuerteventura geht. Dort werden die Missen von einem Fitness-Coach, einem Catwalk- und Sprachtrainer und Comedian Maddin Schneider fit gemacht. Knigge und Benimm steht auch auf dem Stundenplan, damit bei der Miss-Germany- Wahl am 23. Februar im Europapark alles glatt läuft.

In der Wohnung übt sie,in Pumps zu laufen

Für die Miss-Germany-Wahl musste sich Eleonora Frank noch mal richtig ins Zeug legen. Sie musste shoppen gehen: Klamotten, Schuhe und alles, was sie für die Reise benötigt. Sie ist drei Wochen von Zuhause weg. Das Miss-Lächeln hat sie lange vor dem Spiegel geübt, genauso wie das Laufen auf dem Catwalk. In der Wohnung läuft sie auf und ab – natürlich in Pumps. Lieber läuft sie aber leichtfüßig auf Socken durch’s Haus. Trotz ihres fast kometenhaften Aufstiegs in der Miss-Branche – viele Mädchen nehmen seit Jahren ohne Erfolg an Miss-Wahlen teil – hat Eleonora Frank die nötige Bodenhaftung. Wenn es mit dem Ruhm nichts wird, will sie unterrichten. Aber ein bisschen träumt sie schon von einer Modelkarriere. Bisher reichte es nur zu Modenschauen in der Region, aber es kann noch mehr kommen. Miss Germany muss sich auch medial gut verkaufen. Sie nimmt zum Beispiel an der „ECHO“- und der „Bambi“-Verleihung” teil und ist Gast bei diversen Fernsehshows.

Bis dahin trainiert ­Eleonora Frank weiter ihr sympathisches Lächeln vorm Spiegel. Es darf auf keinen Fall künstlich wirken und wenn sie länger lächelt, fangen ihre Mundwinkel noch an zu zittern – ganz automatisch. Das darf einer Miss nicht passieren. Sie muss auch beim Fotoshooting immer ein glückliches Lächeln aufsetzen. Wirklich glücklich ist Eleonora Frank aber vor allem dann, wenn sie eine Wahl gewinnt. Nicht die Beste zu sein, quält sie. Als sie Vierte bei der Miss Hessen Wahl wurde, überlegte sie zuerst, was sie hätte besser machen können: ein anderes Kleid, ein schöneres ­Makeup? Bei der Miss-Germany-Wahl will sie nichts dem Zufall überlassen. Sie will als Siegerin von der Bühne gehen.

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