Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Ein Jahrhundert lang stetiges Wachstum
Landkreis Hinterland Ein Jahrhundert lang stetiges Wachstum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:17 13.05.2012
Heute sitzt die Zentrale der Sanitätshaus Kaphingst GmbH in Goßfelden. Quelle: Privatfoto
Wehrda

300 geladene Gäste erleben am Freitagabend hautnah, wie aus einer kleinen Werkstatt für Chirurgiemechanik in 100 Jahren ein europaweit agierendes Unternehmen mit 150 Mitarbeitern wird. In der Marburger Stadthalle feiert die Sanitätshaus Kaphingst GmbH ihr 100-jähriges Bestehen - mit Rückblick auf die Firmengründung und -entwicklung, mit Ausblick auf die nächsten Jahre und mit einem geheimen Unterhaltungsprogramm. „Die Gäste der Veranstaltung sind in erster Linie unsere Mitarbeiter, denn die sind für unseren Erfolg auch mit verantwortlich“, sagt Andrea Suntheim-Pichler im Gespräch mit der OP.

Ihr Urgroßvater war es, der das Unternehmen im Jahr 1912 gründete. Genauer gesagt, war es der 12. Mai 1912, als Richard Kaphingst sein Unternehmen in Marburg anmeldete. 1911 war er aus Greifswald in die Lahnstadt gekommen und damit seinem damaligen Chef Professor Fritz König gefolgt. In einer Werkstatt für Chirurgiemechanik in der Chirurgischen Klinik der Universität machte er sich selbstständig, entwickelte und baute Geräte, die die Chirurgen für ihre Operationen brauchten oder die dem Patienten bei der Heilung von Wunden und Gebrechen helfen sollten.

„Das waren die Anfänge der Orthopädie- und Medizintechnik“, erklärt Suntheim-Pichler. Diese beiden Bereiche seien es auch, die durchgängig seit 100 Jahren in dem Familienbetrieb vorhanden seien. „Alles andere ist später im Laufe der Jahre hinzu gekommen“, ergänzt sie.

Im Jahr 1957 stirbt das Ehepaar Kaphingst und der jüngste Sohn, Richard Kaphingst Junior übernimmt den Betrieb. Als auch er nach schwerer Krankheit zwei Jahre später stirbt, vererbt er das Unternehmen an seinen ältesten Neffen: Helwig Suntheim.

Dieser ist es auch, der das Unternehmen weiter ausbaut. 1962 errichtet er neben den bestehenden Räumlichkeiten des Betriebs einen Neubau, der 1963 bezogen wird.

Der Ausbau wird kontinuierlich vorangetrieben. Im Jahr 1970 übernimmt Suntheim das Marburger Sanitätshaus Kleinschmitt, 1976 die Firma BELA aus Hannover. Im selben Jahr wird der bundesweit agierende Bereich „Physikalische Therapie“ auf ein 12.000 Quadratmeter großes Gelände im Lahntaler Ortsteil Goßfelden verlagert.

1999 übernimmt Boris Pichler, Ehemann von Andrea Suntheim-Pichler, die Geschäftsführung, ist bis heute als geschäftsführender Gesellschafter aktiv. Unter seiner Regie geht es ab der Jahrtausendwende Schlag auf Schlag: Der erste Gesundheitsmarkt in Wehrda wird ebenso gegründet, wie ein bundesweit tätiger Online-Shop. Das Sanitätshaus Balzer in Biedenkopf wird übernommen, das Sanitätshaus Sanitex in Marburg und die STI Sanitätshaus GmbH in Linden ebenfalls, die Niederlassung des Sanitätshauses Steinhardt in Stadtallendorf wird als Kaphingst-Filiale fortgeführt.

Diese Expansion soll auch in Zukunft so weitergehen: „Wir wollen die Filialstruktur weiter ausbauen, auch über die Kreisgrenzen hinaus“, berichtet Suntheim-Pichler. Das gehöre zum Konzept der Zukunftssicherung. „Schließlich wollen mein Mann und ich auch das 125-jährige Bestehen von Kaphingst feiern“, ergänzt sie: „Dann aber als Ruheständler und nicht mehr als Aktive in der Geschäftsführung.“

von Katharina Kaufmann