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Ein Geschenk von Herzen für´s Herz

Herzsportgruppe Dautphetal Ein Geschenk von Herzen für´s Herz

Kurz vor Weihnachten kommen sie noch einmal zusammen: zum Essen, zum Reden und um Danke zu sagen. Die Herzsportgruppe Dautphetal ist nicht nur sportlich aktiv, sondern auch sozial engagiert.

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Herzsportgruppen-Vorsitzender Gerhard Teutsch (links) zusammen mit Andreas A. Schoenwandt, Vorsitzender des Fördervereins des Universitären Herzzentrums Marburg, und dem Scheck in Höhe von 650 Euro.

Quelle: Dennis Siepmann

Buchenau. Das Herz ist der Motor unseres Körpers. Im Laufe eines Menschenlebens schlägt es durchschnittlich etwa drei Millionen Mal und transportiert dabei fast 20 Millionen Liter Blut. Eine unfassbare Leistung. Leider gibt es aber auch viele Bedrohungen für diesen sensiblen Muskel: Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes zum Beispiel. Hinzu kommen Risikofaktoren wie das Rauchen oder Bewegungsmangel.

Besonders Letzteres wiegt schwer: Wer seinem Körper also etwas Gutes tun will, sollte die Glimmstängel beiseite legen und lieber die Laufschuhe schnüren. Und genau das machen die Aktiven der Herzsportgruppe Dautphetal. Viele von den etwa 90 Mitgliedern im Seniorenalter haben bereits eine Nahtoderfahrung erlebt. Sie kennen das Gefühl, die Kontrolle über den Körper zu verlieren, den stechenden Schmerz im Brustbereich zu fühlen und die Sirene eines heraneilenden Krankenwagens zu hören.

Auch der Vorsitzende der Herzsportler, Gerhard Teutsch, ist ein Betroffener. Vier Bypässe habe er mittlerweile bekommen. Gerade deshalb weiß er, wie wichtig regelmäßige Bewegung ist.

Bei den Übungsstunden ist immer ein Arzt zugegen

Wöchentlich trifft sich Teutsch mit 60 Gleichgesinnten in der Hinterlandhalle zur Übungsstunde. Dabei sind die Senioren in drei Gruppen eingeteilt, die sich am Leistungsvermögen der Teilnehmer orientieren. Drei Betreuer sorgen für das richtige Tempo und die korrekte Ausführung der Übungen. Wichtig: Es ist immer ein Arzt zugegen, der im Notfall einschreiten kann. „Die Leute fühlen sich einfach sicher, wenn jemand da ist, der schnell helfen kann“, sagt Teutsch.

Über mangelnde Teilnahme kann sich der Vorsitzende nicht beklagen: „Es gibt immer wieder Anfragen, aber die Gruppen dürfen eben nicht größer als 20 Leute sein.“ Bei größeren Gruppen müsste ein zusätzlicher Arzt anwesend sein, erklärt Teutsch bei der Weihnachtsfeier des Vereins in der Gaststätte „Zum Bahnhof“ in Buchenau.

Die Sportler nutzen die Übungsstunden aber nicht nur, um ihre Ausdauer zu trainieren und fit zu bleiben, sondern auch um das Gespräch zu suchen. Ihnen geht es darum, Erfahrungen auszutauschen, sich Rat zu holen und eventuell Zuspruch zu erfahren.

Bei aller Motivation ist jedoch klar, dass die Trainingseinheiten einen rein präventiven Charakter besitzen. In Deutschland erleiden jährlich mehr als 300000 Menschen einen Herz­in­farkt.

Der Schaden am Herzmuskel ist nicht zu beheben, mit schneller und richtiger Behandlung ist der Infarkt jedoch nicht zwangsläufig tödlich.

Die bestmögliche Versorgung von Herzpatienten beschäftigte auch schon vor 25 Jahren einige Marburger Bürger, die es für einen nicht hinnehmbaren Zustand hielten, dass die Marburger Klinik als einziges deutsches Universitätsklinikum auf eine Herzchirurgie verzichten muss.

Dem im Jahr 1988 gegründeten Förderverein gelang es durch eine Spendensammlung von 1,2 Millionen D-Mark, eine Herzchirurgie auf den Lahnbergen zu etablieren. Das war im Jahr 1993. Der Förderverein ist noch immer aktiv. Heute geht es den Mitgliedern aber darum, ein Herzzentrum aufzubauen. Dabei sollen Kardiologie und Herzchirurgie und andere Spezialdisziplinen noch enger kooperieren. „Ein Vorteil für alle Patienten, die schnelle und optimale Hilfe brauchen“, sagt Andreas A. Schoenwandt. Der Vorsitzende des Fördervereins des Universitären Herzzentrums reiste extra zur Weihnachtsfeier der Herzsportler an, um den Senioren von dem Vorhaben der fächerübergreifenden Zusammenarbeit zu berichten.

Schoenwandt erntete nicht nur Zustimmung zu seinen Ausführungen, sondern auch einen Scheck über 650 Euro. Das Geld ist bestimmt für die weitere Verbesserung der medizinischen Versorgung von Herzpatienten.

In Friedensdorf werden die Herzsportler derweil weiter an ihrer Fitness feilen, denn „das kann wirklich nur gut sein. Bleiben Sie dem Sport treu“, sagte Schoenwandt.

von Dennis Siepmann

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