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Hinterland Ein Geißler für die Schwälbchen AG
Landkreis Hinterland Ein Geißler für die Schwälbchen AG
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18:50 14.07.2011
Schwälbchen stellt spätestens zum Jahreswechsel 2011/12 den Molkereibetrieb am Standort Marburg ein. Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Anfang Mai hatte die Schwälbchen Molkerei AG aus Bad Schwalbach die Schließung des Standortes in Marburg bekanntgegeben. Von der Schließung des Marburger Schwälbchenstandortes sind alle 21 dort beschäftigten Mitarbeiter betroffen. Weil der Betriebsrat und die Geschäftsführung während der Verhandlungen über einen Interessensausgleich zu keinem Ergebnis kamen, standen sie sich am Donnerstag vor dem Marburger Arbeitsgericht gegenüber. Dort hatte die Geschäftsführung einen Antrag auf den Einsatz einer Einigungsstelle gestellt.

Der Betriebsrat hatte nichts gegen den Einsatz einer Einigungsstelle einzuwenden. Einzig dem Vorschlag der Geschäftsführung über die Vergabe des Vorsitzes wollte der Betriebsrat nicht zustimmen. „Wir möchten gerne jemanden Neutralen, der beiden Parteien unbekannt ist. Dann können wir alle ohne Vorbehalte in die Verhandlungen gehen und bei Null anfangen“, Jürgen Moog, Vorsitzender des Gremiums.

In einem Vergleich, bei dem sich die Antragstellerseite einen Widerruf vorbehielt, einigten sich Betriebsrat und Rechtsanwalt Kobusch auf den Direktor des Arbeitsgerichts Darmstadt, Karl Schäfer, als Vorsitzenden der Einigungsstelle. Sollte dieser verhindert sein oder das Amt ablehnen, soll der Direktor des Arbeitsgerichts Offenbach, Hans-Jürgen Schäfer, zum Einsatz kommen.

In den Verhandlungen soll ein Interessensausgleich für die von der Schließung des Standortes betroffenen Mitarbeiter ausgehandelt werden, beispielsweise wie die Änderungskündigungen für die Beschäftigten aussehen könnten, die dann statt in Marburg in Bad Schwalbach eingesetzt werden könnten. „Bei derartigen Verhandlungen ist es wie in der Ehe: Wenn einer der Verhandlungspartner sagt, dass die Verhandlungen gescheitert sind, kann eigentlich nur komplett neu und mithilfe eines Dritten verhandelt werden“, sagte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle.

von Katharina Kaufmann

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