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Ein Freispruch und drei Geldstrafen

Urteil Ein Freispruch und drei Geldstrafen

Weil der Vorrat an Drogen zur Neige ging, begingen drei junge Männer einen Überfall. Der Vierte machte nicht mit und wurde freigesprochen.

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Vor dem Marburger Jugendschöffengericht fand am montag ein spektakulärer Raubüberfall sein juristisches Ende.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Ein Freispruch und drei Jugendfreiheitsstrafen die zur Bewährung ausgesetzt wurden, so lautete am Montag das Urteil von Richter Cai Adrian Boesken im Fall eines gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung. Die drei Angeklagten müssen zudem Geldstrafen von zweimal 1.000 und einmal 2.000 Euro bezahlen.

Vier Verhandlungstage des Jugendschöffengerichts waren am Marburger Amtsgericht nötig, um die Tat zu klären. Dabei machte Boesken den vier Angeklagten in der Urteilsbegründung deutlich, dass sie mit der Strafzumessung milde davonkämen und auch Glück hätten, noch nach dem Jugendstrafrecht beurteilt zu werden. Die vier Angeklagten waren zur Tatzeit 18 und 19 Jahre alt.

Angeklagt waren sie, den im Juni 2009 ihren zur Neige gehenden Vorrat an Marihuana durch einen Überfall im Hinterland wieder aufzustocken. Ein damals 18-Jähriger lehnte es nach Überzeugung des Gerichts ab, sich an der Aktion zu beteiligen. Unklar blieb jedoch, ob er seinen „Ersatzmann“ nur ins Gespräch brachte oder diesen auch anrief. Da somit eine Beihilfe nicht zweifelsfrei gegeben war, folgte Boesken dem Antrag der Verteidigung und sprach den Angeklagten frei. „Aber der Freispruch stinkt mir“, brachte Boesken seinen Unmut zum Ausdruck. Denn: Es war nicht zu klären, wer den Ersatzmann per Telefon verständigte.

von Sonja Achenbach

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