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Hinterland Nach Autoklau bleibt Dieb in Haft
Landkreis Hinterland Nach Autoklau bleibt Dieb in Haft
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00:18 02.03.2019
Der Angeklagte sitzt derzeit wegen einer anderen Straftat im Gefängnis. Seine Haftdauer hat sich nun durch ein weiteres Urteil verlängert. Quelle: Uwe Zucchi
Biedenkopf

Zu einer Haftstrafe von fünf Monaten ist ein 25-Jähriger vom Amtsgericht Biedenkopf verurteilt worden. Der Mann hat im September einen Alfa Romeo von einem Händler aus Dautphetal gestohlen und weiterverkauft.

Gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Amtsgericht Biedenkopf räumte der Angeklagte seine Schuld umfänglich ein. Der Mannheimer sagte aber, dass sich der Tathergang nicht so abgespielt habe, wie von der Staatsanwaltschaft dargelegt. Das Auto aufgebrochen habe er nicht. Stattdessen habe er einen Originalschlüssel benutzt, den er zuvor bei einer Probefahrt mit dem Wagen gegen einen gleich aussehenden derselben Marke ausgetauscht hatte, sagte­ der 25-Jährige.­ Nachts sei er dann wiedergekommen und fuhr das Auto einfach vom Hof. Dazu habe er die Kennzeichen seines eigenen Wagens genutzt.

Es sei von Anfang an geplant gewesen, das Fahrzeug weiterzuverkaufen, sagte der Angeklagte. Mit dem Geld habe er die Kosten für seine damalige Spiel- und Alkoholsucht finanzieren­ wollen. Dem Käufer, einem 51-Jährigen aus Mosbach, habe er sogar gesagt, dass der Wagen gestohlen sei. Das verneinte dieser jedoch bei seiner Vernehmung als Zeuge vor Gericht. Er habe nach ­einem günstigen Auto für seine Tochter gesucht, und über einen Freund sei er auf das Auto aufmerksam geworden, das der Angeklagte angeboten habe. Zunächst wollte der für den Alfa, dessen Wert mit 6.000 bis 7.000 Euro geschätzt wurde, 3.700 Euro haben. Aufgrund einiger Mängel habe man sich aber schließlich auf 2.700 Euro geeinigt, erzählte der Mosbacher. Da der Angeklagte sowohl Fahrzeugbrief, als auch -schein vorgelegt habe, sei er auch nicht davon ausgegangen, dass der Wagen gestohlen sei, sagte der Zeuge aus.

Dass der Angeklagte in diesem Prozess nicht mit einer Bewährungsstrafe davonkam, liegt vor allem an seinen Vorstrafen. Fünf davon schlagen im Bundeszentralregister zu Buche – darunter auch mehrere Diebstähle nach demselben Muster wie im verhandelten Fall. Zwar sei er geständig gewesen, was sich sehr stark zu seinen Gunsten auswirke, sagte Richterin Alexandra Hille. Aber aufgrund der Vorgeschichte, der schnellen Rückfallgeschwindigkeit bei den Straftaten und der ungünstigen Sozialprognose komme nur ­eine Haftstrafe infrage. Dabei blieb die Richterin allerdings unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sechs Monaten. Zudem werden die 2.700 Euro, die der Mann durch den Verkauf des Fahrzeugs erzielt hat, eingezogen. Derzeit verbüßt der Mann bereits eine Haftstrafe aus einem vorherigen Prozess.

von Sascha Valentin