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Hinterland Ein Acker für die Bienen
Landkreis Hinterland Ein Acker für die Bienen
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19:09 28.04.2017
Jakob Happel, Erich Sänger und Jörg Sack haben auf den 850 Quadratmeter großen Acker in Lixfeld die Saatmischung für die Bienenweide eingesät. Quelle: Sascha Valentin
Lixfeld

Mindestens zwei und bis zu fünf Jahre lang soll die neue Blumenwiese Insekten wie Bienen reichlich Futter bieten. Dazu wurde eine spezielle Saatmischung verwendet, die von dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ entwickelt wurde.
Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die Nahrungsversorgung von Wildbienen, ­Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbesuchenden Insekten mit Pollen und Nektar nachhaltig zu verbessern. Die Saatmischung besteht zu 40 Prozent aus Wildblumen wie Schafgarbe, Kornblume und wilder Malve sowie zu 60 Prozent aus Kulturpflanzen wie der Winterzwiebel, Koriander und Sonnenblumen.

Jakob und Noah Happel stellen Landmaschinen

Da die mehr als 50 verschiedenen Pflanzen zeitlich versetzt blühen, bieten sie den ­Insekten die gesamte Vegetationsperiode über Futter, erklärt Erich Sänger, Vorsitzender des Nabu-­Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf. Sänger koordiniert das Projekt Bienenweide zusammen mit Jörg Sack aus Frechenhausen. Mit der Aussaat, die Tim Schneider aus Lixfeld zur Verfügung gestellt hat, werde ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der heimischen Kulturlandschaft geleistet, sagt Sänger. Denn Bienen, Schmetterlinge und Hummeln übernähmen einen beachtlichen Anteil der Bestäubung vieler Nutz- und Wildpflanzen wie Raps oder Obstgehölzen. Dadurch sicherten die Insekten den Ertrag in der Landwirtschaft und dem Gartenbau, sagt der Experte.

Bienenweide soll die gesamte Saison Pollen und Nektar liefern

Dabei fällt es den kleinen Nützlingen in den vergangenen Jahrzehnten zusehends schwerer, ihre Arbeit zu verrichten. Durch die intensivere Nutzung der Ackerflächen durch die Landwirtschaft kommen die Pflanzen, die ihnen als Futterquelle dienen, immer seltener zum Blühen. Hinzu kommt, dass viele Pflanzenarten noch vor dem Blühen abgeerntet werden, da sie zu diesem Zeitpunkt energiereicher sind und besseres Futter für Nutztiere ergeben. Doch nicht nur die Nahrungsquellen werden dadurch für die Insekten immer knapper, auch die Zahl an Überwinterungsmöglichkeiten für viele Insekten sinkt, weil die Natur zu „aufgeräumt“ ist.

Wo Insekten früher in den Halmen abgestorbener Pflanzen eine Möglichkeit fanden sich einzunisten, werden Felder heute bis auf den letzten Halm abgemäht, so dass die Tiere das Nachsehen haben, erklärt Sänger. Diesen Entwicklungen solle durch die Bienenweide entgegengewirkt werden. Sie liefere den Insekten die gesamte Saison über Pollen und Nektar, die für Fortpflanzung, Gesundheit und Ernährung der Tiere wichtig seien.

Einen besonderen Dank richtete der Nabu-Vorsitzende an Jakob und Noah Happel aus Frechenhausen, die ihre landwirtschaftlichen Maschinen zur Verfügung gestellt haben, um den Acker einzusäen.

von Sascha Valentin

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