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Hinterland Mit 144 Sachen durch 80er-Zone
Landkreis Hinterland Mit 144 Sachen durch 80er-Zone
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00:16 06.03.2019
Ein 21-jähriger Mann musste vor das Biedenkopfer Amtsgericht, wegen hoher Geschwindigkeitsüberschreitung und falscher Angaben.  Quelle: Thorsten Richter
Biedenkopf

Ein heute 21-jähriger Mann aus Breidenbach ist 64 Kilometer pro Stunde zu schnell durch eine Tempo-80-­Zone gefahren. Als Fahrer gab er gegenüber des Regierungspräsidiums (RP) aber eine andere Person an. Dafür stand er jetzt vor dem Biedenkopfer Amtsgericht. Der 21-Jährige räumte seine Schuld auch direkt ein.

Auf dem Online-Anhörungsbogen habe er die Daten eines flüchtigen Bekannten eingegeben. Diese hatte er vorliegen, weil er für diesen kurz zuvor ein Dokument übersetzt hatte. Der Angeklagte räumte ein, dass er zum Tatzeitpunkt im Jahr 2017 eine Berufsschule in Kassel ­besucht habe und deswegen auf sein Auto angewiesen gewesen sei. „Ich hatte Angst, den Führerschein zu verlieren, und deswegen habe ich das so ­gemacht“, erklärte er.

Kein Führerscheinentzug für den Angeklagten

Das bereue er aber zutiefst und habe sich auch bei der anderen Person, deren Daten er angegeben hatte, entschuldigt. Natürlich wurde demjenigen auch die Strafe erlassen und dem Vater des Angeklagten als Halter des Fahrzeugs auferlegt. Der 21-­Jährige gab jedoch an, dass er bereits damit begonnen habe, seinem Vater das Geld in Raten zurückzuzahlen.

Staatsanwaltschaft und Gericht stellten das Verfahren schließlich gegen eine Zahlung von 200 Euro an die Verkehrswacht Marburg-Biedenkopf ein. Glück hat der Mann aber hinsichtlich eines Führerscheinentzugs. Er hätte seine Fahrerlaubnis eigentlich für zwei Monate abgeben müssen. „Das wäre die richtige Strafe für sie gewesen“, stellte Oberamtsanwältin Tina Grün fest. Um diese ist er jedoch herumgekommen, weil die Geschwindigkeitsüberschreitung mittlerweile verjährt ist.

von Sascha Valentin