Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland „Eigentlich müsste investiert werden“
Landkreis Hinterland „Eigentlich müsste investiert werden“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:53 17.11.2010
Vor dem Publikum aus Langzeitarbeitslosen und Schülern standen Dr. Karsten McGovern (links) und Dr. Kerstin Weinbach (rechts) Rainer Dolle Rede und Antwort zu den geplanten Kürzungen der Bundesregierung bei den Sozialleistungen. Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Als unsozial und kontraproduktiv empfinden die vier Beschäftigungsträger im Landkreis – Arbeit und Bildung, Praxis GmbH, Jugendkonflikthilfe und Integral GmbH – die Kürzungen der Eingliederungshilfe, die die Bundesregierung mit ihrem Sparpaket plant. „Bleibt es bei den Absichten der Bundesregierung, werden viele gute Projekte in Hessen ihre Qualifizierung und Beschäftigung stark reduzieren oder sogar einstellen müssen“, betonte Rainer Dolle, Geschäftsführer des Vereins Arbeit und Bildung, der die Talkrunde in der Marburger Stadthalle am Mittwoch moderierte.

„Wir versuchen, die Einsparungen möglichst gut umzusetzen, und zwar so, dass möglichst wenig Schaden entsteht“, erläuterte McGovern. Natürlich wünsche er sich eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen, um Arbeitsplätze schaffen zu können statt streichen zu müssen. „Denn die Kürzungen in der Eingliederungshilfe geht eigentlich auf Kosten derer, die nicht so einfach Arbeit finden – dort müsste eigentlich investiert statt gespart werden. Unser oberstes Ziel muss es immer sein, die Arbeitslosen in eine langfristige Beschäftigung zu bekommen“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete. Die Bürgerarbeit, die demnächst im Landkreis modellhaft erprobt werde, sei ein richtiger Schritt, denn diese könne ein wenig auffangen, was durch die Einsparungen an Arbeitsgelegenheiten gestrichen werden müsse.

Rund 15.000 Plätze öffentlich geförderter Beschäftigung gibt es derzeit in Hessen, in Zukunft werden es weniger sein. Geförderte Beschäftigung schafft aber auch einen Mehrwert für die Gesellschaft, selbst wenn die Re-Integration in den Arbeitsmarkt nicht immer sofort gelingt, darüber waren sich am Ende alle einig.

von Katharina Kaufmann

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP.

Anzeige