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Hinterland Eigenes und Fremdes weckt Sinne
Landkreis Hinterland Eigenes und Fremdes weckt Sinne
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20:49 03.04.2012
Künstlerisch betätigte sich dieser Kurs. Im Eingangsbereich der Schule kann man das Ergebnis in Augenschein nehmen. Quelle: Sarah Basak und Vivienne Gerhardt

Gladenbach. In der Regel läuft die Projektarbeit in der Schule in den Klassen ab.

Diesmal entschied sich das Lehrerkollegium für einen anderen Weg: Die Schüler der Jahrgangsstufen7 bis 11 konnte sich in Kurse einwählen.

So arbeiteten ältere Schüler mit jüngeren zusammen und sie lernten auf diese Weise neue Lehrer kennen.

Das Thema der Projektwoche lautete „Das Eigene und das Fremde“. Schulleiter Michael Prötzel zeigt sich erfreut darüber, welche Vielfalt an Aktionen die Kollegen aller Fachbereiche daraus entwickelt hatten. Und er findet diese Vorgehensweise spannend: Bei diesem handlungsorientierten Lernen hätten die Schüler Gelegenheit, ihre Interessen mit einzubringen, erklärt er.

Der stellvertretende Schulleiter Günter Zell beschreibt den Ablauf des Wahlverfahrens: Die Schüler konnten sich bei drei Kursen ihrer Wahl eintragen, 85 Prozent kamen in die Kurse ihrer ersten Wahl. Während die anderen Kurse in ihren Klassenräumen beschäftigt waren, saß die Schülergruppe von Kai Frenz und Christian Ermert draußen auf dem Pausenhof an einer gedeckten Tafel. Das Thema des Kurses war die „Internationale Küche“, Schüler bereiteten internationale Gerichte vor, um sie auch selbst zu genießen. Eines der Gerichte war ein Apfelstrudel aus Österreich, der sowohl den Schülern als auch den Lehrern gut schmeckte.

Außerdem gab‘s ein Nachspiel der TV-Serie „Das perfekte Promi-Dinner“, bei dem die Schüler ihre erworbenen Kenntnisse noch einmal in der Küche unter Beweis stellen konnten. Viel Spaß bereitete den Teilnehmern auch ein Kurs, in dem ein Theaterstück einstudiert wurde. Der Kurs stand unter der Leitung von Rosemarie Vollmer und Sören Peter. Das Besondere an dem Stück: es wurde auf Latein, Englisch und Deutsch aufgeführt. Es trug den Titel „Romanus in caelo – A Roman in Heaven“ und spielt in der Römerzeit. Der Römer Aloisius stirbt und steigt hinauf in den Himmel. Das Stück dauerte 20 Minuten, 17 Schüler wirkten dabei mit.

Unter der Leitung von Maria-Theresia Kersting fand sich eine weitere Theatergruppe zusammen, die nur aus Mädchen bestand sich mit Improvisationstheater befasste. Sie stellten verschiedene Szenen dar und musizierten dabei. In der Großsporthalle fand der Kurs „Vom Netball zum Flagfootball“ unter der Leitung von Jeanette und Uwe Bunde statt.

Die Schüler befassten sich mit Sportarten, die in den Partnerschulen hoch im Kurs sind. Zuerst recherchierten sie selbstständig in Gruppen die Regeln der Spiele, stellten diese den Mitschülern vor und setzen sie anschließend gemeinsam um. In der Sportgruppe gab‘s nur ein  Mädchen: Gabriela Achtzehn, sie lebte in Tansania, wo sie früher Netball spielte.

Nicht nur die obere Schule war während der Projektwoche aktiv: Der Jahrgang 5 beschäftigte sich mit der Steinzeit. Sie zeichneten Mammuts auf Schieferplatten und besuchten das Steinzeit-Museum in Kassel. „Am meisten hat mir Spaß gemacht, Dinge über Lucy zu erfahren. Denn sie war der erste Höhlenmensch, der ein fast vollständiges Knochenskelett hatte“, berichtet Melek Yildiz begeistert und fügte hinzu: „Mir gefiel unsere Projektwoche sehr gut, weil wir viel Neues entdeckt haben.“

Die Förderstufenklasse 6F5 von Liane Endrigkeit-Ecker befasste sich mit Ägypten, seiner geografischen Lage, der Gesellschaftspyramide und einem ägyptischen Bilderhörstück. Außerdem besuchte die Klasse das Tutanchamun Museum in Frankfurt. Sie sahen dort unter anderem die Kopie der Maske des altägyptischen Pharaos und dessen maßstabsgetreuen Sarkophag. Die neue Form der Projektwoche kam bei den Schülern gut an.

von Vivienne Gerhardt und Sahra Basak