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Eckels bringen die Waren an die Haustür

Verkaufswagen Eckels bringen die Waren an die Haustür

Frühmorgens beginnen Klaus und Sascha Eckel die Tour mit dem Verkaufswagen durch die Wittgensteiner und Hinterländer Dörfer. Sie liefern Waren dorthin, wo es keine Geschäfte mehr gibt.

Bad Laasphe. Mehr als 30 Jahre arbeitete Klaus Eckel als Metzger. Die meisten davon in Weifenbach, einige in Bad Laasphe. Dort war er zuletzt als Verkaufsfahrer angestellt. Als Sohn Sascha, der eine Lehre zum Industriekaufmann absolvierte und bei einer Versicherung tätig war, seine Anstellung nach längerer Krankheit verlor, wagten beide den Schritt in die Selbstständigkeit.

Das war im vergangenen Herbst. Seitdem ist der 60-jährige Vater mit seinem 26 Jahre alten Sohn aus Bad Laasphe im silberfarbenen Verkaufswagen auf den Straßen unterwegs. Hauptsächlich steuern sie Dörfer an, in denen es keine Geschäfte gibt und eine Versorgung mit dem Nötigsten vor Ort nicht möglich ist. Im Angebot haben die Eckels vor allen Fleisch- und Wurstwaren.

„Unser Zugpferd ist der Wittgensteiner Fuhrmannsschinken“, betont Klaus Eckel, der das Produkt beim Patentamt in München eintragen ließ. Das Fleisch für den Schinken bezieht der Metzger auch aus der heimischen Region. Die Veredelung findet daheim und hinter verschlossenen Türen statt. Natürlich könne er nicht sagen, wie er den Schinken zubereite, sagt Klaus Eckel mit einem Augenzwinkern. Das Erfolgsgeheimnis des Fuhrmannsschinkens ist: „sein Geschmack!“

Darüber hinaus werden im fahrenden „Supermarkt“ Brot, Konserven, verschiedene Käsesorten und, für den korrekten Schnitt, sogar Käsemesser angeboten. Sascha Eckel weiß: „Die Auswahl ist reichhaltig und auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten.“ Und hat das Duo ein Produkt mal nicht an Bord, steht es spätestens am nächsten Tag im Regal.

„Sonderwünsche? Klar, das haben wir auch schon gemacht“, verrät Klaus Eckel. Es gibt wöchentlich wechselnde Angebote und eine Rabattaktion: Bei vier Einkäufen von mehr als 15 Euro gibt es auf den fünften 15 Prozent Preisnachlass.

Auf Nachfrage kreieren Eckels Präsentkörbe. Sie haben eigene Gutscheine und beteiligen sich zudem an der gemeinsamen Gutschein-Aktion der TKS Bad Laasphe. Sie bauen auf einen festen Kundenstamm, den Klaus Eckel noch aus seiner Zeit als Verkaufsfahrer kennt und in Teilen übernommen hat. Doch es werden mehr. Gerade ältere Menschen, die weniger mobil sind, kämen hinzu, sagt Sohn Sascha.

Zwischen Dienstag und Samstag ist der Kleinbus auf seiner festen Route unterwegs. Zwar findet Sascha Eckel, dass sich der Wagen mehr lohne, als ein eigener Laden. Doch mache sich dieses Modell nur mit der richtigen Einstellung wirklich bezahlt. Nicht selten sind Vater und Sohn von sieben Uhr morgens bis neun Uhr abends auf den Beinen. Daran schließt sich der „Bürokram“ an.

Seit der Gründung von „Schinken-Eckel“ im Oktober 2012 blieb der Wagen an keinem Verkaufstag auf dem Hof stehen. Ist einer der Unternehmer krank oder im Urlaub, fährt der andere allein los - auch bei Schnee und Eis.

Gern zitiert Klaus Eckel einen Kunden, der dazu einmal sagte: „Wir haben nicht nur bei schönem Wetter Hunger!“ Für ihre Kunden sind Eckels mehr als „nur“ Lieferanten. Sie sind Freunde, Gesprächspartner, fahrende Seelsorger und mobile Wechselstube. Sascha Eckel lächelt. Dabei denkt er an eine ältere Kundin, die einen Beutel voller Münzen in Scheine wechseln ließ, da sie das im Dorf nirgends sonst eintauschen konnte. Die Kunden teilen Freud und Leid mit den Eckels, die sich viel Zeit für ihre Kunden nehmen: Zehn Minuten - manchmal auch mehr. „Man sollte auch schon vor der Fahrt in die Zeitung geschaut haben“, findet Sascha Eckel, damit er gleich beim ersten Kundengespräch mitreden kann: über Lokales oder die Tagespolitik.

Dass Vater und Sohn viel Freude an ihrer Arbeit haben, verraten die strahlenden Augen, mit denen sie davon berichten. „Was wir bieten, ist Service bis an die Haustür“, sagt Klaus Eckel abschließend. Dann verabschieden sich Vater und Sohn, schließen Ladeluke und Türen ihres Wagens und starten die Runde - verlässlich, wie jeden Morgen - pünktlich um 10 Uhr.

Wer Neukunde werden möchte, der kann Kontakt zu Klaus und Sascha Eckel aufnehmen. Das geht per Telefon unter 02752 / 6959, einer persönlichen Ansprache unterwegs oder daheim im Puderbacher Weg 54 in Bad Laasphe sowie im Internet. Dort haben Kunden zudem die Möglichkeit Waren vorzubestellen. Den Wurst- und Schinkenhandel erreichen Sie unter der Adresse: www.schinken-eckel.de

von Benedikt Bernshausen

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