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Dusenberg-Anrainer informieren sich

Windkraftpläne Dusenberg-Anrainer informieren sich

Neben den Einwohnern im Dautphetaler Ortsteil sprechen die Organisatoren auch die Bürger der Gladenbacher Stadtteile Runzhausen, Bellnhausen, Sinkershausen und Diedenshausen an.

Herzhausen. Nach monatelanger Vorbereitungszeit tritt die IG „Franzosendrusch“ heute an die Öffentlichkeit. Bei einem Informationsabend, der um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Herzhausen beginnt, wollen die rund 30 Gründungsmitglieder der Initiative unter dem Titel „Bürger informieren Bürger“ ihre Standpunkte erläutern.

Diese richten sich gegen den Bau von Windkraftanlagen auf den Anhöhen im Süden und Osten des Dautphetaler Ortsteils - dem Dusen-, dem Kalten- und dem Streichenberg -, obwohl man laut Infobroschüre nicht gegen die Nutzung von Windkraft ist, aber „unsere einmalige Landschaft nicht für immer zerstören lassen“ will.

Das vierseitige Info-Blatt mit dem Titel „Gegenwind“ wurde in der vorigen Woche auch in den Gladenbacher Stadtteilen Bellnhausen, Diedenshausen, Runzhausen und Sinkershausen verteilt, weil zum Beispiel Sinkershausen durch Windkrafträder auf dem Herzhäuser Höhenrücken beeinträchtigt werden könnte: durch die Sicht, durch den Schall (je nach Windrichtung) und auch durch die mögliche Ausdehnung eines Windparks in die Sinkershäuser Gemarkung. Auch zu dem in der vergangenen Woche vorgestellten Entwurf des Teilplans Energie des Regionalplans werden Erläuterungen gegeben.

Dazu meldete sich auch Dieter Jurkat, Vorstandsmitglied der BI Holzhausen, zu Wort. Diese werde bis Oktober ihre Einwände geltend machen. Schließlich war der Hilsberg mal ein Ausschlussgebiet, der neue Plan sehe dort aber bis auf den westlichen Rand keine Problemzone mehr, obwohl der Hilsberg im Landesentwicklungsplan hinsichtlich des Artenschutzes an 15. Stelle stehe.

Auch bei der Offenlage des Entwurfs des Teilplans Energie, nach der Beratung durch die Regionalversammlung, vermutlich im Dezember, wolle die BI ihre Bedenken vortragen, weil dieser Plan verdeutliche, dass Holzhausen und Herzhausen von Windkraftanlagen umzingelt würden, zumal die Gemeinde Dautphetal neben dem Herzhäuser Höhenrücken auch den nördlicher bei Silberg und Dautphe gelegenen Weißenberg als Vorranggebiet angemeldet hat. Jurkats Schlussfolgerung: „Unsere Orte werden aufgegeben. Das ist unsere Perspektive.“ In Holzhausen, wo sich von rund 1900 Einwohnern etwa 1300, darunter auch welche aus anderen Orten, der BI angeschlossen haben, sei man „wie paralysiert“, berichtet Jurkat weiter. Dabei hätten Mitglieder der BI Holzhausen erst kürzlich bei einer Vortragsveranstaltung des hessischen Umweltministeriums gehört, dass Wissenschaftler die Unerlässlichkeit der Bürgerbeteiligung besonders herausstellten. Dazu zählten unter anderem eine gute Projektplanung, die Wahrung von Ortsidentitäten und möglichst frühzeitig Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen.

Gerade dies habe die Gemeinde Dautphetal versäumt, lautete ein Vorwurf der BI. Damit ein solches Fiasko sich nicht wiederholt, wird die Gemeinde aktiv. Ihre Vertreter stellen sich am Mittwoch, 12. September, bei einer Bürgerversammlung im DGH Herzhausen ab 19 Uhr den Fragen der Bevölkerung. Zudem ist am Nachhaltigkeitstag, am 19. September, eine Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende in Dautphetal geplant.

Denn schon bei einer Info-Veranstaltung des Ortsbeirates Herzhausen wurden Anfang Juni vor rund 60 Besuchern Bedenken gegen Windräder auf dem Dusenberg vorgetragen. Die Meinung im Ort zur dortigen Windenenergienutzung sei in Pro-, Kontra- und unentschlossenen Fraktionen etwa gedrittelt, ist aus IG-Kreisen zu hören.

Beim Informationsabend in Herzhausen werden unter anderem Toningenieur Karlheinz Mutschler zum Thema Schall, Dr. Holger Repp von der Universität Gießen zum Thema Infraschall und Wulf Hahn von Regio Consult Marburg, der auch die BI Holzhausen berät, zum Naturschutz zu hören sein.

Ansprechpartner der IG „Franzosendrusch“ sind: Siegfried Kerkiehn, Telefon 0160/3566395, Maik Zück (0151/12000598), Günther Grebe (06468/413) und Florian Koch (0151/23453597).

von Gianfranco Fain

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