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Duo Libert spielt mit Leidenschaft

Konzert Duo Libert spielt mit Leidenschaft

Herbst, Hoffnung und Habanera versprach das Programm des jungen Duo Libert, das am Sonntag die Herbstabende im Schloss Biedenkopf einläutete.

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Die beiden jungen Musiker Joanna Hermann (Violine) und Max Richter (Gitarre) begeisterten bei den Herbstabenden im Biedenkopfer Schloss.Foto: Christina Müller

Biedenkopf . Die beiden jungen Musiker Joanna Hermann (Violine) und Max Richter (Gitarre) verstanden es auf bezaubernde Art, die Besucher von Beginn an in ihren Bann zu ziehen. Ihr Programm war sowohl anspruchsvoll als auch überaus abwechslungsreich und ließ den Auftakt der Herbstabende gelingen.

Mit Bachs Sonate in a-moll leitete das Duo den Konzertabend ein. Beide Musiker waren hochkonzentriert und dennoch voller Spielfreude und Begeisterung, die sich auf das Publikum übertrug. Dabei sorgte das Duo vor allem durch sein sehr intensives und inniges, dabei jedoch technisch einwandfreies Spiel für konzertante Höhepunkte.

Joanna Hermann und Max Richter webten mit ihren Instrumenten einen bunten, harmonischen Klangteppich und bewiesen eindrucksvoll, dass die eher ungewöhnliche Kombination aus Violine und Gitarre einen faszinierenden und künstlerisch hochwertigen Kammermusikabend gestalten kann. Mit Antonio Vivaldis Violinkonzert „Der Herbst“ aus dem berühmten „Vier Jahreszeiten“-Zyklus setzten die zwei jungen Künstler einen weiteren musikalischen Höhepunkt.

Dass beiden sowohl Publikumsnähe als auch Verständnis für ihr kammermusikalisches Wirken sehr wichtig sind, zeigten die kleinen Anmoderationen, die Hermann und Richter jedem ihrer Stücke voranstellten. Die Musiker gaben kurze Erläuterungen zu Komponist und Werk, die dem Publikum Hintergrundinformationen zu den Stücken vermittelten. Auch Mozarts Duo KV 423 gaben die beiden sehr lebhaft und lebendig wieder. Zum Abschluss des ersten Konzertteils widmete sich das Duo dem französischen Komponisten Jules Massenet und spielte dessen wohl bekannteste Melodie „Meditation“ aus der Oper Thaïs. Nach einer kleinen Pause setzten es das Konzert mit einer Bearbeitung von Bizets Habanera aus der Oper „Carmen“ fort.

Der Wandel der Stilrichtung, von den barocken und klassischen Klängen hin zu Habanera und Zigeunerweisen zeigte sich auch in der Kleidungswahl des Duos, das sich in der Konzertpause entsprechend neu eingekleidet hatten.

Diese Liebe zum Detail zeichnete ihren gesamten Konzertabend aus und fand sich sowohl im exzellenten, wunderbar harmonischen Zusammenspiel als auch in der intensiven musikalischen Ausgestaltung der Werke wieder.

Mauro Giulianis Duo Concertant op. 25 folgte die Sonata concertata op. 61 in A-Dur des als Teufelsgeigers bekannt gewordenen Niccolo Paganini. Dass Paganini keineswegs nur ein unglaublicher Geigenvirtuose war, sondern sich auch als Gitarrist und Komponist zahlreicher Werke hervortat, beweist dieses Stück nachhaltig.

Einen fulminanten klanglichen Abschluss fand das Konzert mit Pablo de Sarasates Zigeunerweisen. Wie Richter in seiner kurzen Moderation anmerkte, klingen in diesen Weisen die ungarischen Csárdás-Tänze an. Leidenschaftlich und temperamentvoll erweckte das Duo Libert diese Volksweisen zu neuem Leben und wurde dafür mit tosendem Applaus belohnt. Erst nach zwei Zugaben entließ das Publikum die Künstler.

von Christina Müller

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