Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Sprühregen

Navigation:
Dunkle Zeiten dürfen sich nicht wiederholen

Volkstrauertag Dunkle Zeiten dürfen sich nicht wiederholen

Jeder könne dazu beitragen, dass sich eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte nicht wiederholt. Daran erinnerte Dr. Schäfer vor rund 100 Teilnehmern der Gedenkfeier.

Voriger Artikel
Der Glücksfall für Herzhausen
Nächster Artikel
Autofahrer leicht verletzt

Begleitet vom Posaunenchor legten Vertreter der Feuerwehr und des Ortsbeirates mit Finanz­minister Dr. Thomas Schäfer einen Gedenkkranz am Ehrenmal in Friedensdorf nieder.

Quelle: Sascha Valentin

Friedensdorf. Bedarf es nach über 70 Jahren des Friedens überhaupt noch eines Gedenktages für die Opfer von Kriegen und Gewalt? Diese Frage hat Hessens Finanzminister Thomas Schäfer gestern bei der Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages in Friedensdorf mit einem entschiedenen „Ja“ beantwortet.

Je länger der Anlass her sei, desto wichtiger werde es sogar, die Erinnerung daran lebendig zu halten, erklärte Schäfer. Im Laufe der Jahrzehnte sterben die Zeitzeugen, die das Leid der Kriege miterlebten und davon berichten können. Die folgenden Generationen bedürften deswegen der Anknüpfungspunkte, damit nicht in Vergessenheit gerät, was nicht vergessen werden darf.

Zudem seien 70 Jahre Frieden kein Garant dafür, dass weitere 70 Jahre Frieden folgten, verdeutlichte Schäfer. Er betrachte mit Sorge, dass es in unserer Gesellschaft und auch unter verschiedenen Staaten wieder deutliche Tendenzen gebe, sich über andere zu erheben, weil man die eigenen Ansichten als wichtiger und wertvoller erachte als die der anderen.

Solche Tendenzen stellten die Keimzellen der Unruhe und der Auseinandersetzung dar, betonte Schäfer und appellierte an die rund 100 Anwesenden, dass jeder im Kleinen dazu beitragen möge, dass sich das Zitat des amerikanischen Philosophen George Santayana nicht bewahrheitet. Der sagte: „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Deswegen sei es sehr wichtig, die Tradition der Gedenkfeiern zum Volkstrauertag aufrecht zu erhalten und weiterzuführen.

Dem schloss sich auch Pfarrer Peter Lösch in seiner Andacht an. Wären die Menschen einst nicht den Hetzern gefolgt, sondern hätten Lieder gesungen wie die, die die Chorgemeinschaft Allendorf/Friedensdorf während der Gedenkfeier anstimmte, bedürfte es jetzt keines solchen Gedenktages, stellte Lösch fest. Das eigene Handeln sollte nicht von Selbstsucht geprägt sein, sondern von Nächstenliebe. „Denn mit jedem kleinen Schritt, den wir auf den Spuren Jesu gehen, kommen wir dem Frieden ein Stückchen näher“, betonte er.

Nach der Andacht, die auch der Posaunenchor mitgestaltete, legten Vertreter der Feuerwehr und des Ortsbeirats sowie der Finanzminister einen Kranz im Gedenken an die Opfer der Kriege am Ehrenmal nieder. Dazu intonierte der Posaunenchor die Nationalhymne. Weitere ­Gedenkfeiern fanden in vielen Orten des Hinterlandes statt.

von Sascha Valentin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr