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Hinterland Drei Jahre Haft wegen Vergewaltigung
Landkreis Hinterland Drei Jahre Haft wegen Vergewaltigung
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12:45 11.03.2018
Einem 29-Jährigen aus Bad Endbach drohen insgesamt sechs Jahre und neun Monate Haft. Quelle: Thorsten Richter
Bad Endbach

Insgesamt drohen dem Mann wegen mehrerer Verurteilungen sechs Jahre und neun Monate Haft. Drei Jahre lautet das Strafmaß für die Vergewaltigung und Körperverletzung. Für das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dominik Best hat der Angeklagte im gemeinsamen Bett gewaltsam seinen Willen durchgesetzt, obwohl das Opfer keinen Sex ­wollte.

„Gab es einen erkennbaren, zweifelsfrei entgegenstehenden Willen?“ Das sei die entscheidende Frage, sagte Best, der diese entgegen der Verteidigung bejahte. Es möge auch einmal härtere Praktiken gegeben haben. Auch habe der 29-Jährige in anderen Fällen bekommen, was er wollte. In diesem Fall aber, da sei sich das Gericht sicher, hätte die Frau eindeutig klargemacht, dass er aufhören soll, trotzdem habe er die Frau gewürgt und weitergemacht.

„Der Angeklagte ist aufbrausend, herrisch und gewalttätig“, sagte Richter Best. Und diese Erkenntnis stütze sich nicht nur auf das, was in der Hauptverhandlung gesagt wurde, sondern auch auf das Verhalten des Angeklagten, gleichwohl er zu den Vorwürfen schwieg. „Derart signifikant war sein unverschämtes Grinsen während der Aussagen der Zeugin, das passt ins Bild“, sagte der Richter.

Wegen Zäsurwirkung keine Gesamtstrafe

Angeklagt war der Mann auch noch wegen Taten aus dem Jahr 2011. Seinerzeit, so sah es das Gericht, hat er eine weitere Ex-Freundin zu sexuellen Handlungen gezwungen. Weil es jedoch nicht zum Geschlechtsverkehr kam, könne das Strafmaß am unteren Bereich liegen, sagte Best. In die ausgeurteilten zwei Jahre und drei Monate einbezogen wurde eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz aus dem Jahr 2014.

Dass es keine Gesamtstrafe für beide angeklagten Sexualstraftaten gab, liegt an der sogenannten Zäsurwirkung. Weil der Bad Nauheimer nach der ersten Tat rechtskräftig verurteilt wurde, ohne dass dieser Vorwurf bekannt war, konnte diese mit diesem Richterspruch zusammengezogen werden. Nicht aber Straftaten nach 2014.

Erst danach, aber vor der Vergewaltigung der Hinterländerin erfolgte eine Verurteilung wegen Drogenhandels zu 1,5 Jahren auf Bewährung, deren Widerruf nun droht. Die jetzigen Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause