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Dorfzentrum ist „ein Haus des Lebens“

„Jeegels Hoob“ Dorfzentrum ist „ein Haus des Lebens“

Auch wenn zehn Jahre kein großes Jubiläum sind, feiert der Kultur- und Förderverein „Jeegels Hoob“ am Sonntag, 30. Juli, sein Dorfzentrum.

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Das Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens prächtig entwickelt.

Quelle: Sascha Valentin

Hartenrod. Grund zum Feiern sehen die Vorstandsmitglieder Willi Arnold und Hermann Bamberger auf jeden Fall: Dafür biete die Historie und die Entwicklung des Dorfzentrums auf jeden Fall Anlass. Denn der „Jeegels Hoob“ sei seinerzeit nicht überall im Dorf gut angekommen, erinnern sie sich.

„Das war schon ein dornenreicher Weg“, erzählt Bamberger. Nicht wenige Leute im Ort hätten damals zweifelnd gefragt, ob es wirklich nötig sei, die alte Hofreite Seitz im Zuge der Dorferneuerung in ein modernes Dorfzentrum umzuwandeln. Immerhin hatte Hartenrod ein Bürgerhaus und in der Volkshalle einen weitere Platz, in dem größere Veranstaltungen stattfinden konnten.

„Heute können wir rückblickend sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war“, ist sich Bamberger sicher. Vor allem vor dem Hintergrund der immer wieder aufflammenden Diskussionen um die Zukunft der Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser in den Ortsteilen.

Programm

Die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Dorfzentrums „Jeegels Hoob“ beginnt am Sonntag, 30. Juli, um 14 Uhr mit einem Konzert des Mundartduos Otto Uhsat und Manfred Herrman. Sie werden die Besucher mit einigen Mundartschmankerln unterhalten. Dazu werden Waffeln in verschiedenen Variationen sowie Kaffee und andere Getränke serviert. Für die Kinder wird es eine Schminkecke und ­einen Luftballonwettbewerb geben.

Diese kämen aufgrund der hohen Unterhaltskosten und vergleichsweise geringer Belegung immer wieder auf den Prüfstand. Es werde sogar über Verkauf oder Gründung von Trägervereinen nachgedacht.

Während es diese Diskussion bei dem alten Gemeinschaftshaus in Hartenrod zwangsläufig auch gegeben hätte, glaubt Bamberger, „haben wir damit mit ’Jeegels Hoob‘ nichts am Hut“. Das Dorfzentrum sei so gut belegt wie kein anderes Haus in der Gemeinde, und der Förderverein hilft der Gemeinde, die Kosten deutlich zu reduzieren.

Denn die Mitglieder des Vereins kümmern sich nicht nur um die Pflege des Hauses und dessen Außenanlage, der Verein kommt auch für die kompletten laufenden Kosten auf. Die Gemeinde übernimmt lediglich die Kosten, sollte es einmal eine Differenz geben. Deswegen war die Gründung des Fördervereins auch eine Voraussetzung für den Bau des Hauses, erinnert sich Willi Arnold.

„Mittlerweile­ gibt es im Dorf auch niemanden mehr, der am Nutzen des Hauses zweifelt oder dies nicht akzeptiert“, sagt er. Tatsächlich habe „Jeegels Hoob“ dazu beigetragen, den Ort zu beleben, ergänzt Bamberger und verweist auf die unzähligen Veranstaltungen, die in den vergangenen zehn Jahren dort stattgefunden haben: Kunstausstellungen, Lesungen und Vorträge, Konzerte­ sowie mittlerweile 315 Trauungen. Denn in „Jeegels Hoob“ befindet sich eine Außenstelle des Standesamtes.

Bamberger: Lärmbelästigungen sind Einzelfälle­

Zudem kommen jeden Tag die Kindergartenkinder in das Haus, um dort Mittag zu essen, wofür der Förderverein sogar extra eine Köchin engagiert hat. Und auch die Volkshochschule nutzt das Gebäude bis auf drei Tage an jedem Tag in der Woche. Von der Bedeutung von „Jeegels Hoob“ für die Märkte ganz zu schweigen, wie Bamberger sagt. Das Dorfzentrum sei nämlich auch zum Zentrum der Märkte geworden und werte diese dadurch auf.

„Das alles zeigt deutlich: ’Jeegels Hoob‘ ist kein totes Gebäude, sondern ein Haus des ­Lebens“, sagt Bamberger. Umso weniger verständlich ist es für die beiden, dass es aus der Nachbarschaft immer wieder kritische Stimmen ob der Lärmbelästigung gibt. Natürlich ­
gebe es auch Veranstaltungen, bei denen es auch mal ein wenig lauter zugehe, geben sie zu. Aber das seien doch Einzelfälle­ und keineswegs an der Tagesordnung.

Bamberger und Arnold freuen sich stattdessen, dass sich das anfangs zweifelbehaftete Projekt „Jeegels Hoob“ so gut entwickelt hat und für die Hartenroder eine echte Bereicherung darstellt. Deswegen sei es durchaus angebracht, auch einmal einen zehnten Geburtstag ein bisschen größer zu feiern.

von Sascha Valentin

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