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„Digitale Kaffeefahrt“ für Verbraucher

Betrug im Internet „Digitale Kaffeefahrt“ für Verbraucher

Das Marburger Amtsgericht hat eine Internet-Firma, die Kunden für teures Geld eigentlich kostenfreie Software zur Verfügung stellt, wegen versuchten Betruges zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt.

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Viel Geld muss zahlen, wer im Internet in eine Abo-Falle tappt.

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. Software-Programme, die kostenfrei aus dem Internet heruntergeladen werden können, können den Verbraucher teuer zu stehen kommen. Jedenfalls dann, wenn er auf der Seite eines unseriösen Anbieters landet. Ein Marburger war einer unter vielen, der vor dem Herunterladen einer Software seinen Namen und seine Anschrift angab, ohne die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelesen zu haben. Sonst wäre ihm aufgefallen, dass zwar die Software kostenfrei ist, der Anbieter aber Abogebühren in horrender Höhe für die Beschreibung dieser Software fordert: 192 Euro für ein Abo über zwei Jahre.

Sofern der Kunde nicht zahlt, erhält er Post von einem in diesem Milieu bekannten und überaus emsigen Anwalt, der mit der Mahnung über die Hauptorderung noch seine Anwaltskosten geltend macht.

Ärgerlich war für den Marburger in diesem Zusammenhang, dass er auf den Kosten für die eigene anwaltliche Vertretung sitzenblieb, nachdem er sich mit anwaltlicher Hilfe gegen die Forderung des unseriösen Unternehmens erfolgreich gewehrt hatte.

Unter Verbraucherschützern ist das Unternehmen bestens bekannt. Sie sprechen von einer grassierenden „Nutzlos-Branche“, die durch die beschriebene und ähnliche Maschen Milliarden Euro kassiert. So stößt man im Internet auf Angebote, sein geistiges Alter testen zu lassen, Vornamen zu suchen, sich über Lehrstellen zu informieren, beim Fabrikverkauf zu sparen oder auch nur einmal auszuprobieren, wie anziehend man auf andere wirkt. Auch bei diesen Angeboten soll der Nutzer einen Abovertrag abschließen – was er allerdings erst nach gründlichem Studium dieser Internetseite erkennen kann. „Hier wird der Verbraucher auf eine digitale Kaffeefahrt geschickt, der er sich gewöhnlich erst nach dem Erhalt von Rechnung und Mahnung bewusst wird“, sagt der Marburger Rechtsanwalt Klaus Keßler.

von Till Conrad

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