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Hinterland Mit Donna geht‘s auf Schleifchenjagd
Landkreis Hinterland Mit Donna geht‘s auf Schleifchenjagd
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20:01 22.05.2018
Die achtjährige Layla reitet auf der zehnjährigen Hannoveranerstute Donna, ihre Schwester sitzt auf dem fünfjährigen Pony Chelsey, das von Mutter Dorothee Velte geführt wird. Beide Kinder bereiten sich auf die Turniersaison vor. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Rachelshausen

Auf dem Hof der Familie Velte sind zwei Pferde gestriegelt und gesattelt: Die zehnjährige Stute Donna und das fünfjährige Pony Chelsey. Die achtjährige Layla wartet in Reithose, Reitschuhen, Chaps und Reithelm geduldig, während Mutter Dorothee (31) die Hufe der beiden Pferde einfettet. „Soll ich eine Gerte mitnehmen?“, fragt Layla. Die Antwort lautete: Nein, heute nicht.“ Layla trainiert mit Donna für die kommende Turniersaison.

Seit sie drei Jahre alt ist, reitet sie. Sie hat schon an 13 Wettbewerben teilgenommen: in der Führzügelklasse und beim einfachen Reiterwettbewerb ohne Galopp. In ihrem Zimmer hängen viele Pferdebilder und die 13 Turnier-Schleifchen. Drei davon erhielt Layla für ihre ersten Plätze.

Pony "im Internet" gefunden

Der Reitsport wurde der Achtjährigen und ihrer fünf Jahre jüngeren Schwester Leona quasi in die Wiege gelegt. „Wir hatten schon immer Pferde auf unserem Hof“, sagt Dorothee Velte. Sie saß ebenfalls schon mit drei Jahren auf dem Pferd.

Donna, die ein Stockmaß von 1,65 Meter hat, ist ihr Pferd, Layla hat inzwischen ihr eigenes Pony. Gefunden hat sie es „im Internet“, sagt sie. Chelsey ist ein deutsches Reitpony. Als Familie Velte es in der Nähe von Göttingen abgeholt hat, war es vierjährig und in der Reitersprache ausgedrückt „roh“, also ungeritten.

Turniere der Tochter haben Priorität

Das Pony hat zwar noch keine richtige Ausbildung genossen, aber es ist ein „echtes Verlasspferd“, sagt Dorothee Velte. Mutter und Tochter reiten oft zusammen ins Gelände aus – Dorothee Velte auf Donna und Layla auf Chelsey. „Wir sind echte Buschreiter“, sagt sie, die ihre eigenen Turnierteilnahmen hinter denen ihrer Tochter stellt. „So verlagern sich die Prioritäten“ sagt sie.

Wenn es mal passt, würde sie auch ein Turnier reiten, mittlerweile aber eher Dressurprüfungen, früher fand sie Springprüfungen besser. Angst  um ihre Tochter habe sie nicht. Das Pony sei sehr ausgeglichen und laufe im Gelände brav hinter der älteren Stute her.

Training unter Turnierbedingungen

Auch wenn die Achtjährige ihr Pony zum Reitplatz an der Schutzhütte in Rachelshausen am Strick führt, ist das für Dorothee Velte kein Grund zur Besorgnis. „Das macht das Pony super mit“, sagt sie.

Die Teilnahme im Führzügelwettbewerb mit Pony Chelsey wird derzeit auch geübt – allerdings von Tochter Leona (3). Layla will schon mehr. Sie will allein die in der Dressur-Prüfung vorgeschriebene Aufgabe reiten – auf Donna. Beide Kinder üben fleißig und am 27. Mai nehmen sie extra an einem Trainingstag unter Turnierbedingungen teil, den der Reitverein Großseelheim ab 10 Uhr in der Verlängerung der „Langen Gasse“ zur Nachwuchsförderung ausrichtet.

In Dressur und Springen üben

Layla freut sich schon darauf. Donna und Chelsey werden die Mähnen vorschriftsmäßig eingeflochten, sie werden weiße Schabracken tragen und die beiden Kinder die erforderliche Turnierkleidung.

Mutter Dorothee ist eine der Ideengeber für den Trainingstag. Zusammen mit vier weiteren Mitgliedern des Reitvereins Großseelheim entstand die Idee, dass sich der Nachwuchs unter den strengen Augen eines Wertungsrichters in der Dressur und im Springen üben kann.

Showprogramm für Zuschauer

„Gerade für Kinder und für einen Turniereinstieg ist ein Trainingstag eine gute Sache. Es steht der Spaß und nicht die Wertnote oder Platzierung im Vordergrund“, sagt Vorstandsmitglied Silke Ghiai. Zugelassen seien auch Erwachsene, die sich auf die Turniersaison, die bereits begonnen hat, vorbereiten wollen, erklärt sie.

Für die Zuschauer werde zwischen den Spring- und den Dressurprüfungen auch etwas geboten: Ein Showprogramm mit Friesen des Gestüts Oberurff und eine Aufführung mit Kindern und Pferden vom Pferdehof Lemmer. Während mit den Friesen die hohe Kunst der Dressur gezeigt wird, zeigen die Kinder ein „Scheutraining mit Hand und Huf“.   

Für Layla ist Großseelheim in diesem Jahr der Auftakt in die Turniersaison. Fest eingeplant ist die Teilnahme beim Reitsportturnier in Kirchhain. Laylas Favorit ist aber das Turnier in Wehrda.

Dorothee Velte gibt ihren Kindern Reitstunden

„Können wir da hin“, fragt sie. Dorothee Velte zückt ihr Handy und kontrolliert die Daten, dann lächelt sie und sagt: „Ja, das klappt“. Ein Jubelsprung ist Laylas Antwort. Dann ist es auch schon so weit für eine Reitstunde. Mutter Dorothee hilft der Achtjährigen auf das Großpferd Donna, anschließend wird die jüngere Schwester in den Sattel des Ponys gehoben.

Während das Hoftor geöffnet wird warten die Pferde geduldig, dann geht es los. Layla reitet Donna zum Platz, während Leona die Zügel zwar halten darf, das Pony aber am Strick geführt wird – Layla vorweg, Leona hinterher.

von Silke Pfeifer-Sternke