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Hinterland Müllgebühren bleiben vorerst konstant
Landkreis Hinterland Müllgebühren bleiben vorerst konstant
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13:08 03.12.2018
Der Müllabfuhrzweckverband macht zwar Verluste, doch durch das Auflösen der Rücklagen bleiben auch im Jahr 2019 die Entsorgungsgebühren für die Kunden stabil. Quelle: Gianfranco Fain
Friedensdorf

Vorsitzender Christoph Felkl berichtete der Verbandsversammlung am Mittwochabend im Bürgerhaus Friedensdorf von einer zufriedenstellenden Lage des Müllabfuhrzweckverbands (MZV) Biedenkopf. Die Situation bei der Abfuhr habe sich entspannt, diese funktioniere wesentlich besser als zu Beginn des Jahres (die OP berichtete). Die Mängelquote des neuen Abfuhrunternehmens entspreche nun in etwa der des vorherigen Dienstleisters.

Auch die Vorbereitungen zur Integration der Stadt Neustadt in den Entsorgungsverbund befänden sich im Zeitplan, sodass dem Start am 1. Januar nichts im Wege stehe. Hierbei profitiere man auch von den Erfahrungen, die bei der Umstellung auf das neue Abfuhrunternehmen gemacht wurden. Im nächsten Jahr soll es am 6. April erneut die Aktion „Sauberhafte Landschaft“ geben, wenn es einen neuen Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit gibt und die Eingliederung von Neustadt keine großen Probleme bereite.

Eine Gebühren-Neukalkulation ist nötig

Mit der Ungewissheit über den Verlauf der Einbindung Neustadts hängt auch die Verschiebung der grundlegenden Gebühren-Neukalkulation zusammen. Zu dieser Verfahrensweise rät Jens Kröcher von der Berliner Beratungsgesellschaft GGSC. Eine erneute Kalkulation sei notwendig, weil ab dem Jahr 2020 ein Ausgleich des Jahresdefizits durch die Rücklage voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird.  

Seit Jahren gleicht der MZV das jährliche Minus mit Geld aus der Rücklage aus. Diese hatte der Verband noch in den Jahren unter der früheren Geschäftsführerin und der damaligen Vorstände zu Unrecht angehäuft. Weil die Satzung des Zweckverbands nur eine Deckung der Kosten vorsieht, wird  die Rücklage seit einigen Jahren „abgeschmolzen“. Diese betrug zum Jahresende 2017 noch 1,74 Millionen Euro. Eigentlich sollte die Summe schon niedriger sein, doch im vorigen Geschäftsjahr reduzierte sich die Rücklage faktisch nur um 30 000 Euro, weil sich „die Kosten nicht so realisiert haben wie angenommen“. Kröcher nannte als Beispiel ausgebliebene Stellenbesetzungen.

Auch 2019 bleiben Abfuhrgebühren stabil

Doch der Markt hat sich geändert. Für dieses Jahr rechnet der Vorstand mit einem Abschluss, der negativer ausfällt als kalkuliert, aber aus der Rücklage ausgeglichen werden soll. Die Ursachen dafür sind hauptsächlich der um rund 20 Prozent teurere Abfuhrvertrag sowie „drastisch gesunkene“ Altpapierpreise. Deshalb rechnet der MZV für 2019 mit einem Verlust von rund 640 000 Euro, der mit einer Entnahme aus der Rücklage von rund 705 000 Euro gedeckt werden soll.

Dadurch können die Gebühren, die zwar im Null-Komma-Prozentbereich angehoben werden müssten, konstant gehalten werden. Einzig bei den Zusatzbehältern für Bioabfall reduzieren sich die Gebühren für die zweiwöchentliche Leerung der 120- und 1 100-Liter-Müllbehälter um rund 2 beziehungsweise 24 Euro. Der Rest der Rücklage soll im Jahr 2020 aufgelöst werden. Sie soll dazu dienen, die dann wahrscheinlich eintretende Gebührenerhöhung, die Kalkulation wird für zwei Jahre erfolgen, „abzufedern“.

Die Verbandsversammlung stimmte dem Jahresabschluss 2017 einstimmig zu, ebenso der Gebührenkalkulation und dem Wirtschaftsplan 2019. Einer einstimmigen Satzungsänderung zufolge steigt durch den Beitritt Neustadts zum MZV das Eigenkapital um rund 25 000 auf rund 340 000 Euro.

von Gianfranco Fain