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Die Innovationen prägen die Tapeten

An die Weltspitze Die Innovationen prägen die Tapeten

Mit immer neuen Innovationen auf dem Gebiet der Wandbeläge hat es die Marburger Tapetenfabrik J. B. Schaefer GmbH & Co. KG bis an die Weltspitze geschafft.

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Ein Drucker kontrolliert in der Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG in Kirchhain die verschiedenen Arbeitsschritte.

Quelle: Katharina Kaufmann

Kirchhain. Viermal um den Äquator könnte man die jährlich in Kirchhain produzierten Tapetenrollen wickeln. 16,5 Millionen Rollen verschiedenster Tapeten verlassen die Ohmstadt pro Jahr in gut 100 Länder der Welt – der größte Teil davon nach Russland, China und Frankreich. 385 Mitarbeiter sorgen mitten in der Stadt dafür, dass die Wandbeläge aller Art, Couleur und Designs ausgeliefert werden. Vertriebsstandorte, Niederlassungen, Zweigstellen – all das braucht die Marburger Tapetenfabrik mit Sitz in Kirchhain scheinbar nicht. „Wir haben alles, was wir brauchen hier vor Ort, sogar eine Abteilung für International Business“, betont Ullrich Eitel, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Doch das war nicht immer so: Eitels Ururgroßvater Johann Bertram Schaefer richtete sich im Jahr 1845 ein Geschäft für Möbel und Innenausstattung im Marburger Schirrgäßchen ein. Bald florierte sein Handel mit Vertikos und „Naturelltapeten“ in Satin sowie Ton-,Gold- und Mattdruck, und als Johann Konrad Schaefer seinen Vater ablöste, konnte er sogleich ein Engros-Geschäft angliedern. So steht es in der Firmenchronik. „Irgendwann brach dann im Schirrgäßchen alles aus den Nähten und ein größeres Gebäude musste her“, berichtet Eitel. Denn schon seine Vorfahren hätten viel Wert auf Innovation und neuste Technik gelegt.

Es wurde also neu gebaut: 1875 bezog Konrad Schaefer die neue Fabrik am Pilgrimstein. Der weitere Aufstieg des jungen Unternehmens wurde auch durch einen Brand, der die Gebäude in der Neujahrsnacht 1881/82 zerstörte, nicht aufgehalten. Zwar musste Schaefer seine Tapeten neun Jahre lang auswärts drucken lassen, doch 1891 waren die Schäden und Einbußen behoben: Am Pilgrimstein drehten sich wieder die großen Druckzylinder. Die Nachfrage nach dem bunten Wandpapier aus Marburg wurde so stark, dass schon im darauffolgenden Jahr ein Neubau notwendig wurde.

Dieser entstand an der Kasseler Straße gegenüber dem Güterbahnhof.

Bertram Schaefer, Sohn von Johann Konrad, reformierte schließlich die väterliche Produktionspraxis und legte den Hauptakzent von der Stapelware auf die mittleren und feineren Sorten. „Heute bieten wir sowohl Kollektionen für den Baumarktbedarf als auch Kollektionen von namhaften Designern wie Luigi Colani, Zaha Hadid und Karim Rashid an“, ergänzt Ullrich Eitel.

von Katharina Kaufmann

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