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Hinterland Die Hirsche röhren
Landkreis Hinterland Die Hirsche röhren
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21:10 15.09.2011
In der Brunftzeit sind die sonst so scheuen Hirsche nicht immer voll bei Sinnen.

Biedenkopf. Im Herbst sammeln Platzhirsche die weiblichen Tiere um sich und vertreiben potentielle Nebenbuhler aus ihrer Nähe. Dann ist der charakteristische Brunftschrei, das kräftige Röhren der männliche Hirsche, zu hören – damit will er andere Hirsche abschrecken. Zuweilen kommt es zu Kämpfen zwischen den rivalisierenden Hirschmännchen.

„In den Wäldern des Landkreises, etwa um Biedenkopf, bekommt man dieses Schauspiel selten zu Gesicht“, weiß Volker Klingelhöfer, Sprecher der Jägervereinigung Hinterland.

Rotwild lebe gesellig, wobei die Mutterfamilie, die von einem erfahrenen, weiblichen Leittier geführt werde, die Grundeinheit in dem Sozialverband sei, erklärt der Biedenkopfer.

„Sehr junge Hirsche bleiben zunächst im Kahlwildrudel, dem weiblichen Rudel, bilden später eigene ,Junggesellentrupps‘, um als alte Hirsche einzeln oder in Begleitung schwächerer Beihirsche zu leben“, berichtet er. Nur in der Brunft würden die Hirsche von Unruhe und vom Trieb erfasst, sich beim Kahlwild einzufinden. „Sie ziehen dann oft auf viele Kilometer weit entfernte Brunftplätze.“ Dort würden die Hirsche zu Draufgängern,„die vergessen, mit ihren scharfen Sinnen auf Gefahren zu achten“, sagt Klingelhöfer. Der starke Hirsch treffe kampflüstern und eifersüchtig auf das Rudel, um mit seinem Geweih seinen Platz und seine Tiere gegen Nebenbuhler zu verteidigen. Für die Sicherheit und Führung des Rudels sorge das erfahrene Leittier. Beim Standortwechsel folge der Platzhirsch dem weiblichen Wild.

von Hartmut Berge

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