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„Sie sollen sich den Applaus verdienen“

„Die Hatzfeldt“ „Sie sollen sich den Applaus verdienen“

Für das Musical „Die Hatzfeldt“ proben acht Kinder unter der Regie von Birgit Simmler diszipliniert für ihre Auftritte im August.

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Unter der Regie von Birgit Simmler proben Manuel Böhm und Carlotta Bach auf der Bühne im Hof des Biedenkopfer Landgrafenschlosses.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. „Ich brauche einen Joseph und eine Lisbeth. Wer zuerst hier ist, hat gewonnen“, ruft Regisseurin Birgit Simmler ihren jüngsten Darstellern zu. Manuel Böhm und Carlotta Bach stürmen die Bühne. In der Szene soll der Zuschauer die Zuneigung von Joseph zu Lisbeth spüren. Manuel ist das peinlich. Simmler nimmt ihm die Angst vor der Szene. Sie sagt ihm, dass sie anhand seiner Tänzelei merkt, dass ihm etwas unangenehm ist. Und wenn sie das bemerkt, dann sehen das die Zuschauer auch.

„Deshalb proben wir solange, bis es dir nicht mehr peinlich ist“, spricht Simmler ihm Mut zu. „Also noch mal?“, fragt Manuel wohlwissend die Antwort bereits zu kennen. „Wiederholung ist die Grundlage des Lebens“, sagt Simmler und gibt das Startzeichen für die Szene.

Hintergrund

Die Premiere des Musicals „Die Hatzfeldt ist am Freitag, 11. August. Die Geschichte dreht sich um die Gräfin So-phie von Hatzfeldt, die ihrer Zwangsehe entkommen und ihr Vermögen mitnehmen will. Das Stück erzählt die Geschichte der Demokratiebewegung im Vormärz (1848).

Ein Stück mit zwei Kinderrollen zu inszenieren, verlangt ­Regisseurin Birgit Simmler und Komponist Paul Graham Brown einiges ab. Unter den Talenten wählten sie vier Jungen und vier Mädchen aus, die die Rollen lernen müssen: Gesang und Schauspiel gleichermaßen für die Rolle der Lisbeth und von Joseph.

Geprobt wird dreimal pro Woche je drei Stunden. „Schwerpunktmäßig an den Vormittagen“, sagt Simmler. Die Kinder sollen nicht den Spaß verlieren und in den Ferien noch ausreichend Zeit für sich haben. Die acht Darsteller für die zwei Kinderrollen sind wegen des ­Jugendschutzgesetzes notwendig. Bei den derzeit geplanten elf Aufführungen wird jeder von ihnen Gelegenheit erhalten, auf der Bühne zu stehen.

Außer Carlotta Bach stehen Enya Mevius, Luise Router und Lina Dittmann für die Lisbeth und außer Manuel Böhm noch Tim Struck, Luis Router und Thomas Löscher als Joseph auf der Bühne. Die Arbeit mit den Kindern nimmt Simmler ebenso ernst wie die mit den Profis. Sie führt und leitet sie durch die Szenen und hilft ihnen, selbstbewusst Körpersprache einzusetzen. Lasche Bewegungen erstickt sie im Keim und vermittelt den Kindern, dass sie mit Körperspannung die Szene­ bestimmen.

„Ich arbeite mit ihnen­ wie mit den Großen. Sie haben keinen Welpenschutz. Sie sollen sich die Rollen zutrauen und sich den Applaus des Publikums verdienen, weil sie gut gearbeitet haben“, sagt Simmler. Die Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren seien exakt und auf den Punkt bei den Proben und sehr diszipliniert. Auch mit dem Rest des „Hatzfeldt“-Ensembles ­bestehen keine Berührungsängste. Das freut die Regisseurin ganz besonders.

von Silke Pfeifer-Sternke

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