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Werte in Wirtschaft und Gesellschaft Die Grundlage für Erfolg

Werte in Wirtschaft und Gesellschaft brachte Anselm Bilgri, Priester und ehemaliger Benediktinermönch, am Donnerstagabend fast 600 Zuhörern der VR Bank HessenLand in der Stadthalle Stadtallendorf nahe.

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Ein Mann der starken Worte und Gesten: Anselm Bilgri, Priester und ehemaliger Benediktinermönch, spricht vor 600 Zuhörern der VR Bank HessenLand.

Quelle: Katharina Kaufmann

Stadtallendorf. Fast 30 Jahre hat Anselm Bilgri nach den Regeln des Benediktiner-Ordens gelebt.

30 Jahre voller Gehorsam, Demut und häufig im Gebet. Und heute? „Da gelten diese Regeln und Tugenden immer noch“, erklärt der Priester während der Mitgliederveranstaltung der VR Bank HessenLand in der Stadtallendorfer Stadthalle. In seinem Vortrag „Werte in Wirtschaft und Gesellschaft“ macht er nicht nur klar, dass Werte heute wichtiger denn je sind, sondern auch dass das Leben und Arbeiten im Kloster sich nicht vom Leben und Arbeiten in modernen Unternehmen unterscheidet.

„Tradition heißt nicht, die alte Asche bewahren, sondern das Feuer in die Zukunft tragen“, sagt er. Alle Welt spreche von einem Wertewandel, gar einem Verfall der Werte. In der heutigen Zeit sei die individuelle Freiheit zum Leitwert schlechthin geworden. „Was heute zählt, ist der Erlebniswert.

Die Individualisierung des einzelnen Menschen prägt die Moderne“, berichtet Bilgri. Das sei nicht unbedingt schlecht. „Je mehr es uns gelingt, diese Individualität in die Wirtschaft zu bringen, desto mehr holen wir den Menschen ab. Die Wirtschaft ist da nen“, betont er. Zahlen, Daten und Fakten dürften nicht wichtiger genommen werden als der Mensch. „Der Mensch sollte die Hauptrolle spielen, nicht umgekehrt“, schildert der 58-Jährige seine Sicht der Dinge. Die Wertschätzung des Menschen sei die Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens.

Vor allem Vertrauen, Demut, Unterscheidung und Gelassenheit sind laut Bilgri in der Wirtschaft und der Gesellschaft heute unerlässliche Tugenden. „Vertrauen bildet dabei die Basis“, sagt der ehemalige Benediktinermönch und zitiert aus den Ordensregeln, während ihm das Publikum gespannt zuhört. Demut bedeute im Lateinischen Bodenhaftung, Bodenständigkeit oder zu Deutsch auch Dienen.

„Für Unternehmen heißt das, die Menschen im Blick zu haben. Und Führungskräfte haben damit die Aufgabe, eine Tugend des Dienens aufzubauen und vor allem vorzuleben“, erläutert Bilgri. Zudem müsse ein Vorgesetzter jedem einzelnen Mitarbeiter gerecht werden, ihn fordern und fördern. 

von Katharina Kaufmann

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