Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Die Apfelannahme geht nun doch weiter

Kelterei in Frielendorf Die Apfelannahme geht nun doch weiter

Gartenbesitzer im Nordkreis können aufatmen: In Ernsthausen (Burgwald) werden doch wieder Äpfel entgegengenommen: Eine Frielendorfer Firma übernimmt den Getränkemarkt und verlegt auch die Obstannahme dorthin.

Burgwald-Ernsthausen. Im April hatte das Unternehmen „Mayer und Schlichterle“ angekündigt, die Kelterei und den Getränkemarkt in Ernsthausen zu schließen. Schon in diesem Herbst sollten keine Äpfel mehr angenommen werden.

So mancher Gartenbesitzer hat sich deshalb bereits gefragt, was in diesem Jahr mit all den Äpfeln geschehen soll, die bereits an den Bäumen hängen. Doch nun hat sich eine Lösung gefunden: Die Firma Hahn Getränke-Union aus Frielendorf übernimmt den Getränkemarkt in der Marburger Straße 43 in Ernsthausen – inklusive der beiden Mitarbeiterinnen.

Bisher betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben 80 Märkte unter dem Namen „Getränke-Quelle“ und nimmt bereits in 20 Märkten in Hessen und Thüringen Äpfel zur Weiterverarbeitung an, unter anderem in Stadtallendorf und Jesberg. Hahn arbeitet dabei mit der Kelterei Elm aus Flieden im Kreis Fulda zusammen. Nach Angaben von Jens Harle, Verkaufsleiter bei Hahn, war es auch die Kelterei, die den Kontakt zwischen „Mayer und Schlichterle“ und der Getränkemarktkette herstellte.

Die Kelterei in der Ernsthäuser Siedlung wird stillgelegt: Die Firma Elm übernehme einen Teil der Ausstattung für die Obstannahme am Getränkemarkt. Die Äpfel werden künftig von dort mit dem Lastwagen nach Flieden abtransportiert, erläuterte Harle im Gespräch mit der OP.

Nach Angaben des Unternehmens Hahn können Apfelanlieferer ihre Gutscheine künftig auch auf andere Getränke als Saft anrechnen lassen. Außerdem wird das Leergut ohne zeitliche Befristung von der „Getränke-Quelle“ entgegengenommen.

Ab Mitte September wird das Unternehmen den Getränkemarkt in der Marburger Straße renovieren. Das Sortiment werde deutlich erweitert, betonte Jens Harle.

Die im Jahr 1961 von Maria und Peter Schlichterle gegründete Kelterei hatte sich zu einem zentralen Punkt der Apfel­verarbeitung der Landkreise Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg entwickelt. Täglich wurden bis zu 40 Tonnen Äpfel in Ernsthausen verarbeitet.

Zum Schluss war die Kelterei jedoch nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben: Die Konkurrenz durch die Discounter war zu groß, zudem waren die Anlieferer nicht bereit, einen Aufschlag für die Verarbeitung der Äpfel zu Saft zu zahlen.

von Andrea Pauly

Voriger Artikel
Nächster Artikel