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Hinterland Desinfektionsmittel aus Lahntal erobert die Welt
Landkreis Hinterland Desinfektionsmittel aus Lahntal erobert die Welt
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19:31 10.04.2012
Stefan Hergesell, Geschäftsführer der Lahntec GmbH in Goßfelden, zeigt sein Produkt. Quelle: Katharina Kaufmann

Goßfelden. „Wir haben uns jetzt ein zweites Standbein geschaffen und sind durch den Deutschen Verein Gas und Wasser zertifiziert worden“, berichtet Stefan Hergesell, Geschäftsführer der Lahntec GmbH. Nachdem sich zum 1. November 2011 die Trinkwasserverordnung geändert hat, hat Hergesell zwei seiner Mitarbeiter zu „Wasserprobenentnehmern“ weiterbilden lassen. „Damit können wir Hausbesitzern und Vermietern die gesamte Angebotspalette bieten: von der Anzeige beim Gesundheitsamt über die Wasserprobenentnahme, deren Abgabe bei einem Labor und – falls das Trinkwasser Legionellen oder E-coli-Bakterien enthalten sollte – auch dessen ordnungsgemäße Aufbereitung“, erklärt der Lahntec-Geschäftsführer.

Seit zehn Jahren ist das kleine Unternehmen bereits in der Wasseraufbereitung und Desinfektion am Markt. Mit dem eigenen Desinfektionsmittel „Oxilite“, das in einem elektrolytischen Verfahren aus Wasser, Salz und Strom hergestellt wird, eroberte der Betrieb den Weltmarkt. Partnerbüros gibt es mittlerweile in der Schweiz, in Ungarn, Rumänien, der Türkei, den USA, Kanada und Ghana. „Wir liefern aber auch nach Norwegen, Saudi Arabien und Dubai“, sagt Hergesell nicht ohne Stolz. In Norwegen würden beispielsweise Fischzerlege-Betriebe mit dem Desinfektionsmittel arbeiten. Zu den weltweiten Kunden zählen aber auch Stadtverwaltungen, Hotels, Krankenhäuser, Altenheime sowie Privthaushalte.

Hergestellt wird das Mittel im Lahntal sowie in den Partnerbüros. „In den verschiedenen Ländern haben wir in unseren Partnerbüros Maschinen stehen, die die Flüssigkeit herstellen und abfüllen, so dass wir es dort nicht importieren müssen“, erläutert Hergesell.

Pro Jahr werden so in Goßfelden von den vier Mitarbeitern des Unternehmens zwischen 10 und 15 Anlagen gebaut und in alle Welt ausgeliefert. Neben den Partnerbüros stehen die Wasseraufbereitungsmaschinen von Lahntec unter anderem auch am Flughafen in Hannover – dort wird das gesamte Trinkwasser, das an Bord der verschiedenen Maschinen geht, zuvor desinfiziert – und  im Sankt-Georgs-Krankenhaus in Hamburg.

Als Nebenprodukt entsteht bei der Herstellung von „Oxilite“   ein Mittel, das Lahntec als Reiniger anbietet. „So können wir quasi selbst die Abfälle für uns nutzen“, betont Hergesell, der aktuell Zulassungen nach VAH  (Verbund für Angewandte Hygiene) plant. Denn die Desinfektionsmittel-Liste des VAH gilt seit vielen Jahren als bewährte Referenz für wirksamkeitsgeprüfte Produkte zur prophylaktischen Desinfektion. Die Liste dient als Grundlage für die Auswahl von Desinfektionsmitteln für die routinemäßige und prophylaktische Desinfektion in Krankenhäusern und Praxen sowie in öffentlichen Einrichtungen und anderen Bereichen, in denen Infektionen übertragen werden können.

„Unser Produkt kann alle organischen Belastungen eliminieren – und das wollen wir uns nun auch von der VAH bestätigen lassen“, schildert der Lahntec-Geschäftsführer seine künftigen Ziele.

von Katharina Kaufmann