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Der schwierige Weg zurück in die Arbeit

Biedenkopf Der schwierige Weg zurück in die Arbeit

Nach einer langen, komplizierten Krankheit schaffte es ein junger Mann zurück an seinen Arbeitsplatz. Unterstützung erhielt er vom Marburger Integrationsfachdienst.

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Nach einer schweren Erkrankung konnte ein 31-jähriger Mitarbeiter wieder an seinen alten Arbeitsplatz als Gabelstaplerfahrer bei der Firma Schwenk in Biedenkopf zurückkehren.

Quelle: Privatfoto

Biedenkopf. „Die Arbeit zu verlieren, wäre für mich das Schlimmste gewesen“, sagt Andreas Möller (Name geändert).  Er möchte lieber unerkannt bleiben, hat er doch eine äußerst schwierige Zeit hinter sich. Der 31-Jährige ist Fachlagerist und liebt seinen Beruf. Seit gut sechs Monaten arbeitet er nun wieder Vollzeit, und zwar mit allem, was dazu gehört: Acht Stunden Gabelstapler fahren in der Lagerhalle, Nachtschichten inklusive.

Davor war Möller schwer krank. Zwei Jahre lang konnte er überhaupt nicht arbeiten. Eine weitgehend unbekannte und wenig erforschte Krankheit hatte ihn getroffen: Neurosarkoidose. Das ist eine seltene Erkrankung, die das Nervensystem befällt. „Ich musste vieles wieder von Neuem lernen“, berichtet er: „Sehen, gehen, sprechen.“

Dass der Lagerist wieder an seinen alten Arbeitsplatz bei der Schwenk Dämmtechnik GmbH & Co KG in Biedenkopf zurückgekehrt ist, ist auch der Hilfe durch den Marburger Integrationsfachdienst (IFD) zu verdanken. Gisela Hering vom IFD hat Möllers langsamen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben organisiert und begleitet ihn auch heute noch. „Wir haben mit ihm und seinem Betrieb zunächst überlegt, wann der richtige Moment für den Wiedereinstieg ist“, erklärt Hering. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit habe sie dann Möglichkeiten für eine Einarbeitung gesucht, da Möller nach 78 Wochen gleicher Krankheit von seiner Krankenkasse ausgesteuert worden war und Arbeitslosengeld beantragen musste.

Nach der Krankheit hat Möller zunächst ein vierwöchiges Betriebspraktikum in seinem alten Unternehmen absolviert. „Das betriebliche Praktikum diente dazu, ihn wieder in die Abläufe des Betriebes zu integrieren und die Neuerungen am Arbeitsplatz kennenzulernen“, schildert Tanja Weber, Arbeitsvermittlerin für Schwerbehinderte und Rehabilitanten von der Agentur für Arbeit in Biedenkopf, den Weg zurück. Parallel dazu organisierte Hering mit dem Betriebsleiter und der Geschäftsführung von Schwenk ein betriebliches Eingliederungsmanagement und begleitete den allmählichen Einstieg Möllers.   

Vor etwa einem halben Jahr war es dann so weit: Andreas Möller kehrte wieder an seine alte Stelle zurück. „Ich bin sehr froh, dass ich diese Chance bekommen habe“, sagt er im Nachhinein: „Der IFD hat mir dabei sehr geholfen.“

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