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Der Schaden ist noch nicht beziffert

Marburger Rohstoffverwertung Der Schaden ist noch nicht beziffert

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, die Schadenssumme steht noch nicht endgültig fest - die Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Marburger Rohstoffverwertung jedoch stehen im Raum, und es sind keine Kavaliersdelikte.

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Die Marburger Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Gießen ermitteln unter anderem wegen der Unterschlagung von Schrott gegen die Marburger Rohstoffverwertung.

Quelle: Thomas Breme

Marburg. Es geht um eine Euro-Summe im Hunderttausender-Bereich. Genauer will sich der Marburger Oberstaatsanwalt Holger Willanzheimer, der bei der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen zuständig ist, derzeit nicht festlegen. „Der Schaden lässt sich wirklich schwer beziffern und ist sehr streitig“, erklärt er gegenüber der OP. Während der ehemalige Geschäftsführer der Marburger Rohstoffverwertung (MRV) Völker ein Teilgeständnis abgelegt und dabei auch eine Summe genannt habe, würde der neue Inhaber des Goßfeldener Unternehmens von anderen Beträgen sprechen.

Der Schaden soll jedoch – das ergaben die bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und einer Spezialeinheit der Kriminalpolizei Gießen – durch verschiedene Straftaten entstanden sein: „Fünf Verfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer der MRV sind aktuell noch offen“, erläutert Willanzheimer. Ermittelt werde wegen Untreue, Unterschlagung, Betrugs und Kreditbetrugs.

So soll der ehemalige Unternehmenschef – teils auch mit Beihilfe seiner Söhne – Vermögenswerte des Betriebs an den Büchern vorbeigeschleust und Schrott, unter anderem von der Eisengießerei Fritz Winter, illegalerweise weiter verkauft und das Geld behalten haben. Des Weiteren wirft ihm die Marburger Staatsanwaltschaft laut Holger Willanzheimer vor, Betrug zum Nachteil der neuen Eigentümer begangen und Bilanzen des Unternehmens frisiert zu haben, um an einen Kredit zu kommen. „Die Ermittlungen durch das Spezialkommissariat Wirtschaftskriminalität der Kripo Gießen laufen noch, werden aber hoffentlich bald abgeschlossen. Wenn das der Fall ist, kann noch in diesem Jahr Anklage erhoben werden“, berichtet der Oberstaatsanwalt weiter.

Gegen Feuerwehrleute der Gemeinde Lahntal wird nach Angaben Willanzheimers derzeit nicht ermittelt. In einer Verhandlung vor dem Gießener Arbeitsgericht – dort hatten drei Familienmitglieder gegen ihre fristlosen Kündigungen durch die neuen Betreiber geklagt – hatten die neuen Inhaber eben dies behauptet. „In einem unserer fünf Verfahren kam zwar zur Sprache, dass Feuerwehrleute für Fahrten eingesetzt worden sein sollen. Wir haben aber keine Anhaltspunkte, dass sie in Straftaten involviert waren, sondern gehen davon aus, dass sie als Ersatz eingesprungen sind, ohne etwas zu wissen“, so der Marburger Oberstaatsanwalt.

von Katharina Kaufmann

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