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Hinterland Der Nikolaus kommt in jedes Haus
Landkreis Hinterland Der Nikolaus kommt in jedes Haus
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19:39 05.12.2013
Marburg

Seine wahre Identität möchte er nicht verraten. Doch soviel ist klar: in der Weihnachtszeit wird er zum Nikolaus. Rund 20 Einsätze habe er in diesem Jahr, verrät er. Zehn davon alleine heute. Er ist einer von drei Nikoläusen, die das Arbeitsamt an Familien, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser oder auch Unternehmen vermittelt. Über die Jobvermittlung kann jeder, der einen „echten“ Nikolaus für Betriebsfeier, Verein oder die eigenen Kinder sucht, Kontakt zu einem der bärtigen Gabenbringer aufnehmen. Je nach Länge eines Auftrittes sind die Nikoläuse für zwischen 25 und 60 Euro zu mieten.

„Ich mache das seit zehn Jahren“, so der anonyme Nikolaus, der in dieser Zeit bereits einiges erlebte. Er sei in Kindergärten, Schulen, bei Familien zuhause, aber auch in Altenheimen oder bei Menschen mit Behinderung bei der Lebenshilfe aufgetreten. „Da bekommt man natürlich auch einiges mit“. Bei einigen Stammkunden habe er erfahren, wenn neue Kinder geboren oder auch ältere Familienmitglieder gestorben seien. Überwiegend aber, betont er, mache es Spaß und das ganz besonders bei privaten Auftritten bei Familien mit Kindern. „Gerade bei den ganz Kleinen sieht man dann die leuchtenden Augen“, beschreibt er die Reaktionen, die ihn erfüllen. Für den Nachwuchs sei es „quasi der schönste Tag im Jahr“, wenn er als Nikolaus oder Weihnachtsmann persönlich vorbeischaue. Mit diesem Wissen kriege man all die Mühen eines Einsatzes „dann auch wieder zurück“.

Ohnehin könne man diesen Job nicht übernehmen, „wenn man nicht voll dahinter“ stehe. „Ich mache das wirklich zum Spaß“, sagt er und verweist darauf, dass allein die Fahrtkosten quer durch den Landkreis einen großen Teil des Geldes beanspruchen. Zumal der Aufwand in den letzten Jahren auch durch Petrus vergrößert wurde. „Komischerweise hat es in den letzten Jahren am 6. Dezember immer geschneit“, sagt er und blickt lächelnd auf erschwerte Anfahrten zu den zeitlich kurz aufeinander folgenden Terminen zurück.

„Nur ein paar Minuten“ müsse er sich auf die einzelnen Termine vorbereiten gesteht er. Doch beginnen tut er damit zumeist schon einige Wochen vorher. „Wenn ich zu einer Familie komme, muss ich ja zum Beispiel wissen, wo die Geschenke stehen“, erläutert er und spricht etwaige Anweisungen mit den Eltern ab. Meistens läuft dies über E-Mail, denn „auch der Nikolaus muss modern sein“, schmunzelt er. Zur Sicherheit gleicht er jedoch am Vortag noch einmal den Plan am Telefon ab, um keinesfalls die Illusion zu zerstören. Gebucht wird er schließlich, so weiß er, weil „es glaubwürdiger ist, wenn ein Externer kommt und sich eben nicht der Vater verkleidet“.

Besuche auch im Altersheim und bei Lebenshilfe

Nicht nur aber für Kinder plant er seine Auftritte. So erzählt er etwa von einem Altenheim-Auftritt in Rauschenberg, bei dem „überwiegend demenzkranke Menschen anwesend waren“. Trotz ihrer Erkrankung sei es faszinierend, dass „sie die Nikolauslieder alle noch können“. Diese Menschen seien „fast wieder wie Kinder“. Zwar gingen derartige Begegnungen „zum Teil auch auf die eigene Psyche“, dennoch seien die Auftritte größtenteils schön. „Eine Frau hat mir sogar mal erzählt, dass ich sie vor 70 Jahren schon besucht habe“, so der Nikolaus. Ebenso imponiert sei aber auch der Besuch bei der Marburger Lebenshilfe gewesen. Dort wirkten die geistig behinderten Menschen so normal, dass er zunächst gedacht habe, „dass die mich auf den Arm nehmen. Aber für die gibt es den Nikolaus wirklich und es war ein echter Feiertag für sie“.

n Wer noch einen Nikolaus für die eigene Weihnachtsfeier oder private Zwecke sucht, kann sich bei der Agentur unter Telefon: (06421) 60 51 94 oder per E-Mail an marburg.jobservice@arbeitsagentur.de den Kontakt vermitteln lassen. Ansprechpartnerin ist Kerstin Becker.

von Peter gassner

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