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Hinterland Der Hammerwurf bleibt ungeklärt
Landkreis Hinterland Der Hammerwurf bleibt ungeklärt
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21:11 26.01.2012

Biedenkopf. Ein Streit mit drei Verletzten in einem Lebensmittelgeschäft am Marktplatz rief die Biedenkopfer Polizei am Dienstagabend zum Einsatz. Die Polizisten nahmen alle drei Beteiligten vorübergehend fest. Ein 32-jähriger Mann kam später wegen eines Nasenbeinbruchs ins Krankenhaus. So berichtete die OP über ein Vorkommnis am 15. März des Vorjahres, und folgendermaßen weiter: Nach Angaben von Polizeisprecher Martin Ahlich ergab die Befragung der Beteiligten und von Zeugen, dass ein 32-jähriger Gladenbacher der Verursacher der Auseinandersetzung war. Dieser stritt auf dem Parkdeck so lautstark mit seiner Ehefrau, dass es für mehrere Zeugen so aussah, als ob er beabsichtige zuzuschlagen.

Ein 17-Jähriger aus Gladenbach versuchte das zu verhindern, konnte sich aber nach eigenen Angaben aus einem Gerangel nur noch durch eine „Kopfnuss“ befreien. Dabei traf er die Nase des 32-Jährigen, wobei diese brach. Als der Verletzte daraufhin einen Hammer aus seinem Auto holte, eilte ein 16-jähriger Gladenbacher seinem bedrohten Freund zu Hilfe. Der 32-Jährige versuchte, den Helfer mit einem Hammerschlag aus dem Weg zu räumen. Dieser wich aus und wurde „nur“ leicht an der Hüfte getroffen. Der 17-Jährige ergriff die Flucht, wurde aber am Unterarm von dem  hinterhergeworfenen Hammer getroffen. Die Verfolgung endete in dem Geschäft, wo es         einem Lieferanten gelang, dem 32-Jährigen den Hammer abzunehmen. Polizisten brachten den nüchternen 32-Jährigen und die beiden Jugendlichen, die „ganz leicht unter Alkoholeinfluss“ standen, auf die Wache.

Vor Gericht stritt der angeklagte vermeintliche Hammerwerfer am Donnerstag die Tat gegenüber dem Vorsitzenden Richter Mirko Schulte und dem Vertreter der Staatsanwaltschaft, Sebastian Pfeifer, jedoch größtenteils ab. Seiner Schilderung zufolge habe er sich auf dem Parkdeck mit seiner Frau unterhalten, als der Jugendliche auf ihn zukam und dazu aufforderte, die Frau in Ruhe zu lassen. Als er erwiderte, dass es sich um seine Frau handele, habe der ihm unbekannte Jugendliche ihn gepackt und die Kopfnuss verpasst. Erst habe er den Jugendlichen festhalten wollen, um ihn der Polizei zu übergeben, weil sich aber weitere Jugendliche näherten, habe er aber Angst bekommen  und aus seinem Auto einen Hammer geholt, um sich verteidigen zu können.  Damit lief er hinter dem fliehenden 17-Jährigen hinterher, bis sie beide im Büro des Marktleiters landeten. Dort habe man rund 20 Minuten auf die Polizei gewartet. Geworfen habe er den Hammer nicht nach dem Fliehenden, beteuerte der Angeklagte.

Dieser will auf der Flucht den Hammer zwar nicht kommen sehen, diesen aber am Unterarm gespürt haben. Auf Beweisfotos war der Bluterguss zu sehen, ebenso die blutige, gebrochene Nase des mittlerweile vierfachen Vaters.

Da sich der Tathergang und wer ihn ausgelöst hatte, nicht einwandfrei klären ließ, schlug Richter Schulte eine Einstellung des Verfahrens vor, der Staatsanwaltschaft und Angeklagter zustimmten.

von Gianfranco Fain

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