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Der Fachkräftemangel deutet sich an

Ausbildungsmarkt Der Fachkräftemangel deutet sich an

Der Ausbildungsmarkt befindet sich im Wandel: Gab es vor einigen Jahren noch deutlich mehr Bewerber als Lehrstellen, so verzeichnen die Arbeitsagenturen mittlerweile ein Minus bei den an Ausbildung Interessierten und ein Plus an Plätzen.

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Vor allem in Handwerksberufen werden derzeit zahlreiche Auszubildenden gesucht, unter anderem als Bäcker.

Quelle: Archiv

Marburg. „Es gibt weniger Bewerber als im Vorjahr. Wir hätten es allerdings gern andersherum. So ist es weniger charmant“, erklärt Katharina Gruß, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Marburg, mit Blick auf die aktuellen Ausbildungszahlen. Was sie meint, wird auf den ersten Blick deutlich: Den 1466 gemeldeten Bewerbern – 8,9 Prozent weniger als vor einem Jahr – stehen 1231 Berufsausbildungsstellen gegenüber (+ 3 Prozent zu März 2011). „Wer für dieses Jahr noch eine Ausbildungsstelle sucht, der sollte sich möglichst schnell bei der Arbeitsagentur melden“, ergänzt Gruß.

Bei der Arbeitsagentur in Wetzlar sieht es, was den Ausbildungsmarkt betrifft, genauso aus: „Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt schließt sich zunehmend schneller“, stellt Angelika Berbuir, Vorsitzende der dortigen Geschäftsführung, fest. Die Zahl der Lehrstellenbewerber sei ein knappes halbes Jahr vor dem Ausbildungsstart im Vorjahresvergleich um zehn Prozent zurück gegangen. Gleichzeitig habe sich die Zahl der gemeldeten Lehrstellen um 2,4 Prozent erhöht. Daher bittet Berbuir die heimischen Unternehmen, sämtliche Ausbildungskapazitäten zu nutzen. Sie gibt zu bedenken, dass im Rhein-Main-Gebiet auch in diesem Jahr wahrscheinlich wieder ein eklatanter Bewerbermangel zu verzeichnen sei. Die dortigen Unternehmen würden unter den gegebenen Umständen nichts unversucht lassen, junge Leute aus Mittelhessen anzuwerben. Diese dann ausgebildeten Fachkräfte später wieder an Lahn und Dill zurück zu holen, werde vor dem Hintergrund des Wettbewerbs der Regionen und der Betriebe nur in wenigen Fällen gelingen, vermutet die Agenturchefin.

Gesucht werden vor allem Lehrlinge im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, der Instandhaltung und der Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie im Baugewerbe, aber auch im Gastgewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. „Die Arbeit unserer Berufsberater und Ausbildungsstellenvermittler fokussiert sich auf den nahtlosen Übergang Jugendlicher von der Schule in den Beruf. Wir setzen alles daran, auch die ausbildungsbereiten Betriebe mit geeigneten Ausbildungsbewerbern zusammenzubringen“, betont Gruß. Derzeit sind bei der Marburger Arbeitsagentur noch 648 unbesetzte Ausbildungsstellen registriert. 907 Bewerber sind aktuell noch unversorgt. Der größte Teil davon ist unter 20 Jahren alt und hat einen mittleren Bildungsabschluss. Von den Jugendlichen gesucht werden vor allem Ausbildungsplätze in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, in der Unternehmensorganisation, der Buchhaltung, Recht und Verwaltung, im Kaufmännischen- und Dienstleistungsbereich, Handel, Vertrieb und Tourismus.

von Katharina Kaufmann

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