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Hinterland Der Endspurt um die Plätze beginnt
Landkreis Hinterland Der Endspurt um die Plätze beginnt
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00:24 31.07.2015
Eine Auszubildende in der überbetrieblichen Lehrwerkstatt beim Breidenbacher Unternehmen Christmann und Pfeiffer bei der Arbeit. Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Zahlreiche junge Schulabgänger schauen sich derzeit nach einer beruflichen Zukunft um. Noch stehen im Landkreis ausreichend Stellen zur Verfügung, nämlich etwa 550 (Stand: 15. Juli), teilt die Arbeitsagentur Marburg mit. Demgegenüber stehen 750 Ausbildungsbewerber, die sich noch auf der Suche nach einer Lehrstelle befinden.

Diese Diskrepanz sei jedoch kein großes Hindernis: Am Ende werde man wahrscheinlich jeden Bewerber versorgen können, derzeit laufe das sogenannte Matching – also das Zueinanderführen von Bewerbern und Ausbildungsbetrieben, so die Arbeitsagentur.

Besonders viele freie Plätze gibt es noch in den Bereichen Einzelhandel, Verkauf, Gastronomie, Zahnmedizin, Friseurhandwerk oder Maler und Lackierer (siehe Kasten unten). Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2014 wurden insgesamt im Landkreis 1744 gemeldete Bewerber verzeichnet sowie 1514 Berufsausbildungsstellen, eine Steigerung von jeweils mehr als sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beliebteste Berufe mit den meisten Ausbildungsstellen sind unter anderem Einzelhandels-, Industrie- und Bankkaufmann.

Doch auch einen „Azubi in letzter Minute zu finden“ ist auf dem flexiblen Ausbildungsmarkt möglich, kann die Agentur auch die noch Unentschlossenen beruhigen. Auch wenn gerade große Firmen ihren Nachwuchs bereits ab Herbst des Vorjahres suchen, ist der allgemeine Bedarf bis zum Ausbildungsstart vorhanden, zum Teil noch danach.

Zahl der Bewerber wird zukünftig sinken

Bei ihrer Ausbildungsserie wird die OP in den kommenden Wochen verschiedene Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Als Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung, Bewerbung, Berufsorientierung oder ausbildungsbegleitende Hilfen bietet die Arbeitsagentur zahlreiche Angebote für Arbeitgeber und potenzielle Auszubildende.

In Zeiten eines knapper werdenden Fachkräfteangebots liegt die Initiative jedoch nicht nur bei den künftigen Lehrlingen – auch die Unternehmen werden sich aktiv nach passendem Nachwuchs umsehen müssen: „Klar ist, dass die Betriebe sich in den nächsten Jahren auf weniger Ausbildungsbewerber einstellen müssen“, sagt Walter Horn, Teamleiter im Arbeitgeberservice.

Angesichts einer drohenden Fachkräfteverknappung sollten sich die Unternehmen vorbereiten. Gründe für eine betriebliche Ausbildung gebe es viele – neben der Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs und somit einer Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt können die Azubis den Betrieb mit neuen Ideen bereichern, verbessern die Anpassungsfähigkeit und können gezielt auf die Erfordernisse des eigenen Betriebs vorbereitet werden.

  • Für alle Fragen rund um Ausbildung und Beruf steht die Arbeitsagentur Marburg zur Verfügung. Interessenten, die noch Bewerber oder auch einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr suchen, können direkt beim Arbeitgeberservice nachfragen. Kontakt unter Telefon 06421/605212.

von Ina Tannert

Top 10: Freie Ausbildungsstellen

1.     Kaufmann/frau im Einzelhandel (43 Stellen)
2.     Friseur/in (33 Stellen)
3.     Koch/Köchin (22 Stellen)
4.     Elektroniker/in Betriebstechnik (15 Stellen)
5.     Restaurantfachmann/frau (14 Stellen)
6.     Verkäufer/in (13 Stellen)
7.     Hotelfachmann/frau (12 Stellen)
8.     Maler/Lackierer – Gestaltung/Instandhaltung (10 Stellen)
9.     Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (10 Stellen)
10.   Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk – Bäckerei (9 Stellen)
 

 Stand: 15. Juli, Quelle: Agentur für Arbeit