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Hinterland Dautphetaler feiern mit ihren Freunden
Landkreis Hinterland Dautphetaler feiern mit ihren Freunden
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21:17 23.04.2017
Der Spielmannszug Buchenau eröffnete schwungvoll den Heimatabend. Quelle: Sascha Valentin
Buchenau

Der Partnerschaftsverein und die Gemeinde Dautphetal feierten am Wochenende mit einem bunten Heimatabend das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Cikó. Dabei kam immer wieder zum Ausdruck, dass es nicht die Politik, sondern die Menschen sind, die diese Partnerschaft mit Leben füllen. Das war von Anfang an so, verdeutlichten Ehrenbürgermeister Hans Hauswirth und Jakob Febel in ihren Rückblicken auf die Anfänge der Partnerschaft.

Febel verwies darauf, dass schon drei Jahre vor der Unterzeichnung der Urkunde erste Kontakte zwischen den Schulen in Dautphetal und Cikó bestanden. Sie seien so etwas wie die Keimzelle der Partnerschaft.

Hauswirth erinnerte daran, wie die heimatvertriebenen Cikóer, die nach dem Krieg in Dautphetal und den umliegenden Gemeinden unterkamen, Geld sammelten, um damit die Kirche in ihrer alten Heimat zu restaurieren. Dieses Engagement, das 47000 D-Mark zusammenbrachte, habe ihn nachhaltig beeindruckt, sagte Hauswirth, und in gewisser Weise habe es den Stein für die Partnerschaft ins Rollen gebracht.

In seinem Rückblick erinnerte Febel ausdrücklich auch an jene Personen, die die Partnerschaft in den vergangenen 20 Jahren mitgestalteten, dieses Jubiläum aber nicht mehr miterleben können. Allen voran führte er auf ungarischer Seite Theresia Rónai an, die als Lehrerin an der Schule die tragende Säule und Seele der Partnerschaft gewesen sei. Rónai starb 2015. Eine besondere Rolle in der Partnerschaft spielt aber auch Cikós Bürgermeister Csaba Haures.

Zwar ist er bereits der zweite Nachfolger des Bürgermeisters, der seinerzeit die Verschwisterungsurkunde unterschrieb, trotzdem begleitet er die Partnerschaft seit deren Beginn. Denn Haures nahm als Schüler schon am ersten Schüleraustausch vor mehr als 20 Jahren teil. Deswegen sei er stolz, heute das fortzuführen, was vor 20 Jahren begann, sagte Haures und verwies darauf, dass Stärke aus Zusammenhalt erwächst - in der Familie, in einer Partnerschaft und in Europa.

„So ein Tag…“ bringt Emotionen auf den Punkt

Zusammen mit seinem Dautphetaler Amtskollegen Bernd Schmidt wiederholte Haures die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde und erneuerte damit deren Gültigkeit. Die damals getroffene Entscheidung für die Partnerschaft sei gut gewesen und habe seitdem viele freundschaftliche Beziehungen hervorgebracht, stellte auch Schmidt fest. In Zeiten eines politisch turbulenten Europas setze sie zudem ein Zeichen der Freundschaft und des Zusammenhalts.

Dazu passten auch die Geschenke, die beide Partner vorbereiteten. Nachdem Haures Schmidt unter anderem eine überdimensionale Nadel überreichte, mit der die Partnerschaft symbolisch weiter zusammengenäht werden solle, kündigte Schmidt als Geschenk mehrere Geräte für den Spielplatz vor dem Gemeinschaftshaus in Cikó an. Damit schließt sich ein weiterer vor 20 Jahren begonnener Kreis. Damals stiftete ein Allendorfer Gerätehersteller Cikó eine Spiellandschaft, die allerdings im vergangenen Jahr abgebaut werden musste, weil das Holz marode war.

Lobende Worte für die gesunde Partnerschaft fanden auch der Kreisbeigeordnete Helmut Wege, der Respekt, Toleranz, Wertschätzung und Freundschaft als Bausteine der Partnerschaft identifizierte und darauf verwies, dass Ungarn 1989 mit dem Öffnen der Grenze zu Österreich quasi den ersten Stein aus der Mauer gebrochen habe, die Deutschland trennte.

Helmut Hüber vom Arbeitskreis Cikó bezeichnete die Partnerschaft als Beitrag zur Völkerverständigung, und Alfred Hausburg als Vorsitzender des Partnerschaftsvereins sprach von Freude und Dankbarkeit, die ihn erfülle, wenn er auf all das zurückblicke, was in den 20 Jahren geleistet wurde. Für Dautphetal war er es übrigens, der seinerzeit als stellvertretender Bürgermeister die Verschwisterungsurkunde unterzeichnete.

Der Heimatabend lebte jedoch nicht nur von großen Worten. Auch die Kultur sollte nicht zu kurz kommen. So eröffnete der Spielmannszug Buchenau den Festabend mit flotten Klängen, die Tanzgruppe „Delight“ aus Dautphe beeindruckte die Gäste mit einer spritzigen Choreographie und die Dautpher Trachtentänzer sorgten für die passende volkstümliche Stimmung.

Passende Lieder für den Anlass präsentierten der Männergesangverein Allendorf-Friedensdorf sowie der Szekler-Chor aus Cikó. Während der MGV unter anderem „Lasst uns doch Brücken bauen“ sang, stimmten die Ungarn neben einem Lied aus ihrer Heimat auch „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ an und einten damit den Saal zu einem großen Chor, der die Emotionen dieses Moments auf den Punkt brachte.

von Sascha Valentin

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