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Dautphetaler Blick statt Ortsteil-Brille

Windkraft Dautphetaler Blick statt Ortsteil-Brille

Es hätten mehr sein dürfen: Zur Bürgerversammlung der Gemeinde Dautphetal für die Ortsteile Allendorf/H., Damshausen und Friedensdorf begrüßte Parlamentschef Gerd Raach 40 Bürger.

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Das gut besetzte Podium bei der Bürgerversammlung in Friedensdorf (von links): Fachbereichsleiter Mathias Kirchner, Michael Honndorf, Ulrich Seibel, Jürgen Dannenhaus, Dr. Horst Falk, Bürgermeister Bernd Schmidt, Parlamentschef Gerd Raach, der Erste Beige

Quelle: Klaus Peter

Friedensdorf. Etwas enttäuscht über die Anzahl der Besucher zeigte sich Dautphetals Parlamentschef Gerd Raach. Er vermutete die übersichtliche Zahl der interessierten Bürger sei dadurch begründet, dass die Windkraft in Dautphetal für die Ortsteile Allendorf/H., Damshausen und Friedensdorf weniger beängstigend sei.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Informationen zur Planung von Windenergieanlagen in Dautphetal. Raach betonte, dass dies ein großes Thema in der Gemeinde sei, wobei die gemeindlichen Gremien dieses behutsam angingen und dazu die Meinung der Bürger auch durch die Bürgerversammlungen einholen möchte. Die Gemeinde, so Raach weiter, wolle sich der Windenergie nicht verschließen. Dies sei die Meinung aller im Parlament vertretenen Fraktionen.

Bürgermeister Bernd Schmidt, der diesen Tagesordnungspunkt vorstellte, nahm Stellung zu Vorwürfen, dass sich die Gemeinde Dautphetal nur wenig und damit nicht ausreichend gegen den geplanten Windpark am „Hilsberg“ zur Wehr gesetzt habe. „Eine Kommune kann nur klagen, wenn ihr Selbstverwaltungsrecht und ihre Planungshoheit in Gefahr sind. Das ist am „Hilsberg“ aber nicht der Fall, weil die Gemeinde Bad Endbach auf ihren Flächen plant und die Gemeinde Dautphetal gar nicht betroffen ist. Wir haben auch bei dieser Thematik eine Dautphetaler Brille und keine Ortsteilbrille auf“, führte der Bürgermeister aus.

Drei Potenzialflächen

Schmidt erläuterte das Prozedere rund um die Windvorrangflächen, bei dem im Moment drei Potenzialflächen auf einem Areal in Herzhausen, zwischen Dautphe und Silberg sowie zwischen Damshausen und Allendorf/H. zur Diskussion stehen.

Ein Bürger wollte wissen, ob die Gemeinde die Absicht habe, selbst als Betreiber der Windenergieanlagen aufzutreten, wenn diese genehmigt würden. Dazu erläuterte Schmidt, dass 90 Prozent der Potenzialflächen im Privatwaldbesitz seien. Die Gemeinde könne sich schon von der Gesetzeslage her maximal mit 50 Prozent bei diesem Projekt einbringen.

Ein anderer Bürger fragte an, ob jede Gemeinde verpflichtet gewesen sei, Vorrangflächen zu melden. Hierzu, so Schmidt, bestehe eine gesetzliche Vorgabe, denn Ziel in Hessen sei, zwei Prozent der Flächen für Windpotenzialflächen auszuweisen. Die Gemeinde habe schon aus diesem Grunde selbst solche Flächen gemeldet, um nicht andere aufdiktiert zu bekommen.

„Was soll das in Zukunft für ein Landschaftsbild geben. Dies ist ja unglaublich“, bemerkte ein Bürger und mahnte an, dass die Gemeinde auch bei Windenergieflächen im Einvernehmen mit den Bürgern handeln solle. Der Bürgermeister führte aus, dass die Gemeinde bemüht sei, die Energiewende im verträglichen Maße umzusetzen.

Ein Zuhörer erklärte, dass Südhessen niemals die Zweiprozentlösung erfülle und deshalb Mittel- und Nordhessen die Leidtragenden seien, da diese das Defizit vermutlich ausgleichen müssten. Auch sprach dieser Bürger das Vorgehen der Stadt Gladenbach an, die beabsichtige, auf dem „Allberg“ Windenergieanlagen zu erstellen. Die Windenergieanlagen seien noch nicht ausgegoren und Entscheidungen zu dieser Thematik würden vielfach übers Knie gebrochen.

Fachbereichsleiter Hermann Henkel betonte zum Thema „Allberg“, dass dies noch keine Potenzialfläche sei und ob diese genehmigt werde, sei aufgrund der Größe dieses Areals bei weitem nicht sicher.

Die Genehmigungsbehörde wolle eine Verspargelung der Landschaft durch Windräder verhindern und würde Genehmigungen normalerweise nur dann aussprechen, wenn mindestens drei Anlagen installiert werden könnten. Aufgrund des begrenzten Areals „Allberg“ seien dort vermutlich keine drei Anlagen machbar.

von Klaus Peter

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