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Dauerregen trübt Feierlaune nicht

Feuerwehr-Dorffest Dauerregen trübt Feierlaune nicht

Am Freitagabend eröffnete die Bellnhäuser Feuerwehr mit einem Kommers ihr dreitägiges Jubiläumsfest, nach dem Motto „Ein Dorf feiert seine Feuerwehr und sich selbst“.

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Ehrende und Geehrte (von links): Gerd Happel, Heinrich Wege, Hans Hermann Müller und Erhard Kurbatfinski.

Quelle: Ingrid Lang

Bellnhausen. Wehrführer Gerd Happel, der den Kommers eröffnete, betonte, dass unzählige Stunden an Vorbereitungszeit für das Fest zusammengekommen seien. Dieses sei aber nur mit Unterstützung aller Einwohner möglich.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Festausschuss, der sich aus Mitgliedern der Feuerwehr und vielen Helfern aus dem Dorf zusammensetzt. Hilfe gab es auch von den Nachbarwehren, die dazu beitrugen, dass 421 Dienste während der drei Feiertage in dem 205-Seelen-Ort geleistet wurden. Mitgestaltet wurde der Kommers von der Tanzgruppe „Queens“ und dem Projektchor, der unter anderem das Bellnhäuser Lied zum Besten gab. Klaus Scheld hatte dieses Lied von dem „kleinen Dorf mit Charme“ extra für das Fest gedichtet.

Besonders erfreut äußerte sich Happel über die Anwesenheit der 97-jährigen Ännchen Koch (Hinners Ännche, kleines Foto) beim Festkommers. Happel, Ingrid Drösch und Eva-Maria Landmann nahmen die Besucher im vollen Zelt auf „Hinners Hob“ mit auf eine Zeitreise von der Gründung der Feuerwehr im Jahr 1937 bis heute, bei der auch die Geschichten aus dem Dorf und Geschehnisse in der Welt gegenübergestellt wurden. So berichtete Happel zum Beispiel, was seine Tante Elisabeth Klingelhöfer sagte, als es 1941 einen Brand zu löschen galt, und dieses die Frauen des Dorfes übernahmen, „das war doch selbstverständlich, auch wenn´s schwer war“.

Die Lacher auf seiner Seite hatte nicht nur Drösch, die in Tracht hin und wieder im Dialekt über das Dorfgeschehen berichtete, sondern auch Happel, der berichtete, dass die Feuerwehr vom damaligen Landrat Dr. Siegfried Sorge für ihren gelungenen Brandeinsatz im Jahre 1969 in Runzhausen als Löschprämie 25 Mark erhielten.

Seit 1997 ist Gerd Happel Wehrführer in dem Gladenbacher Stadtteil. Happel hatte im Dezember 1981 die Jugendfeuerwehr gegründet. Heute gehören der Bellnhäuser Wehr 109 Einwohner als Mitglied an.

Grußworte sprachen Schirmherr und Landrat Robert Fischbach, Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim, Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und Ortsvorsteher Michael Thomas. Roland Petri übermittelte die Glückwünsche der Stadtverordnetenversammlung und der Fraktionen und Stadtbrandinspektor Reiner Horak übergab die Präsente der Feuerwehren der Stadt.

Trotz starken Regens kamen am Samstag geschätzte 1400 Besucher in das kleine Dorf. Mit Regenschirmen spazierten die Besucher über die Festmeile, wo etliche Stände aufgebaut waren. Informationen gab es über Solarstorm, Oldtimertraktoren und -feuerwehrautos, Rasenmäher sowie eine Vorführung aller Jugendfeuerwehren der Stadt Gladenbach. Hochbetrieb herrschte immer an der Dampfeisenbahn von Adolf Bellersheim und auch beim DRK, wo sich die Kinder mit Airbrush-Tatoos verschönern ließen.

Für rund zweieinhalb Stunden sorgten am Nachmittag auf Hinners Hoob die Jazztanzgruppe aus Frohnhausen, die Nachwuchsgruppe des Musikvereins Gladenbach, die Jüngsten und Jugendlichen der Volkstanz-und Trachtengruppe Gladenbach sowie die Queens aus Erdhausen für Begeisterung. Ein Highlight war der Auftritt der brasilianischen Tanzgruppe „Grupo de dancas folcloricas alemas“ aus Estrella. Für ihre gelungenen Darbietungen sowie einem Messertanz bedankte sich das Publikum mit starkem Applaus. Ein herrliches Ambiente sorgte am Abend auf der Festmeile und den schön geschmückten Themenhöfen für Stimmung bis in die Morgenstunden. Fähnchen und Lichterketten sowie Laternen neben den Häusern und die in verschiedene Farben getauchten Fachwerkhäuser verliehen dem Fest ein besonderes Flair. Der Höhepunkt des Sonntags war um die Mittagszeit der Sternenmarsch der Musiker des Musikvereins und Spielmannszuges Gladenbach, des Musikzuges der Feuerwehr Fronhausen und Weidenhausen bis vor das Dorfcafé zu einem gemeinsamen Konzert. Danach zog je eine Musikgruppe auf einen der Themenhöfe zum Platzkonzert.

von Ingrid Lang

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