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Hinterland Datenschutz verhindert Filmvorführung
Landkreis Hinterland Datenschutz verhindert Filmvorführung
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17:17 15.08.2018
Weil die Initiatoren einer Ausstellung Klagen befürchten, verzichten sie darauf, einen Dokumentarfilm über den Biedenkopfer Grenzgang aus dem Jahr 2012 zu zeigen. Quelle: Thorsten Richter
Biedenkopf

Von rund 800 Grenzgängern, die in dem Film auf ­unterschiedliche Art und Weise am zweiten Grenzgangstag den Hang in Eckelshausen meistern, sei möglicherweise nicht jeder­ der gezeigten Protagonisten einverstanden. Um eventuellen Klagen vorzubeugen, zeigt Hoffmann nun zwei Wochen lang in Zusammenarbeit mit Bid-Kultur rund um die Uhr einen Ausschnitt seines fotografischen Schaffens.

Die Arbeiten sind dem Augenblick gewidmet. Ganz im Sinne­ Friedrich Schillers „Aus den Wolken soll es fallen, aus der Götter Schoß, das Glück, doch der mächtigste von allen Herrschern ist: der Augenblick“. Im Gegensatz zu den Filmarbeiten inszeniert Peter Hoffmann die Fotografien nicht, sondern fängt Beiläufiges ein. „Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich“, lautet seine Devise.

Die Momentaufnahmen zeigen Landschaften und Skurriles, Porträts und Architektur. Auch Details, die von Passanten oder Spaziergängern leicht übersehen werden, stellt er in den Fokus, oft aus ungewohnter Perspektive. Die Motive werfen beim Betrachter häufig Fragen auf oder wirken irritierend. Das ist so von Hoffmann gewollt. Das Bild werde vom Betrachter genauso gemacht wie vom Künstler, sagt Hoffmann. „Die Dinge sind nicht irgendwie. Sie sind so, wie wir sie interpretieren.“

Der gebürtige Berliner wirkt seit 1974 an Fernseh- und Kinofilmen, unter anderem von Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorf, Aki und Mika Kaurismäki und Dominik Graf mit. 1987 war Hoffmann Gastprofessor an der Filmhochschule in Jaunde in Kamerun. Seit 1999 gehört er zum Team des Atelier MC in Berlin. Diverse Ausstellungsprojekte in Europa und den USA wurden von ihm mitkonzipiert und realisiert.

Ehrenamtlich engagiert sich Hoffmann im Berliner Kunstverein „Verein für Vollbeschäftigung und Erforschung des ­Unbemerkten“, der in den 1980er-Jahren durch seine Ausstellungen auch überregional bekannt wurde.

Durch seine langjährige Beziehung zur gebürtigen Biedenkopfer Künstlerin Ursula Cyriax, mit der er in Berlin lebt, kam er nach Biedenkopf und realisierte mit ihr zusammen ab 2011 Skulpturen und Projekte. Einige der Skulpturen, wie „Biedenkopf International“ (34 Skier auf der Verkehrsinsel in Ludwigshütte), Stufen (Herrmann Hesses Gedicht auf der Gangtreppe) sowie „Rolling Stones 2.0“, (Freiherr vom Steinstraße /Ecke Hospitalstraße), sind noch zu sehen. Im Herbst 2017 zeigte­ er in Biedenkopf die Filmdokumentation des vom Land Hessen ausgezeichneten Projektes „Respekt Voll Respekt“, das in Zusammenarbeit mit Cyriax und Bid-Kultur entstand.