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Hinterland Das sind die bedrohten Tiere
Landkreis Hinterland Das sind die bedrohten Tiere
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15:48 20.12.2013
Eine fauchende Wildkatze. SIe zählt zu den vom Vogelschutzverein Holzhausen angeführten Tierarten, die es zu schützen gelte. Bedroht sei ihre Lebenswelt durch den Bau eines WIndparks am Hilsberg. Quelle: Marc Tirl
Holzhausen

Während Gutachter der Gemeinde monieren, dass die Bestände nicht relevant oder nicht nachgewiesen seien, fahren die Tierschützer Gegengutachten, Kartierungen und auch eidesstattliche Erklärungen zu Hör- und Sicht-Beobachtungen durch Vogelschutzbeauftragte und anderen kundigen Menschen sowie Mitgliedern der Bürgerinitiative Holzhausen auf.

Ferner kritisieren die Standortgegner, dass die Fledermausbestände zu wenig und zur falschen Zeit, zum Beispiel nicht während der Wochenstuben – der Aufzuchtzeit des Nachwuchses – untersucht wurden. Zu der jüngst vorgebrachten Wildkatzenpopulation gebe es Sichtungen und Totfunde, erklärt Wulf Hahn. Die Naturschutzabteilung von Hessen Forst habe diese untersucht und bestätigt, ergänzt der Leiter von „Regio Consult“.Auch Luchse seien gesichtet worden.

Die OP gibt einen Überblick über die aufgeführten Tiere, die nach der EU-Vogelschutzrichtlinie als „prioritär geschützt“  anzusehen und im Fall der Luchse und Wildkatzen von der FFH-Richtlinie unter besonderem Rechtsschutz der EU gestellt sind. 

von Gianfranco Fain

Der Raufußkauz (Aegolius funereus) ist bei einer Länge von bis zu 26 Zentimetern gut bestimmbar. Die kurzen Füße sind bis zu den Krallen weiß befiedert, wodurch die Eule ihren deutschen Namen erhielt. Die Geschlechter unterscheiden sich nur im Wuchs; die Weibchen sind etwas größer. Auffallend ist der große Kopf mit dem hellen Gesichtsfeld und dem schwarz gerandeten Gesichtsschleier. Die Iris ist leuchtend gelb, unter den Augen befindet sich beiderseits des Schnabels eine dunkle, strichartige Federzeichnung. Das braune Gefieder der Oberseite ist mit perlartigen weißen Punkten übersät.

Die Luchse (Lynx) sind eine Gattung in der Familie der Katzen. Luchse sind mittelgroße, hochbeinige Katzen. Ihre Krallen können sie einziehen. Der kurze Schwanz hat ein schwarzes Ende. Luchse weisen einen Backenbart auf. Auf den Spitzen der Ohren sind schwarze Haarpinsel vorhanden, die Rückseite der Ohren ist schwarz mit einem weißen oder grauweißen Fleck. Die Fellfärbung ist variabel und reicht von sandfarben über rotbraun und braun bis grau. Oft ist das Fell auch gefleckt.

Die Wildkatze (Felis silvestris) wird heute nur noch in drei morphologische Typen unterschieden. Die Europäische Wildkatze oder Waldkatze (Felis silvestris silvestris) ist unter anderem in Europa verbreitet und zeichnet sich vor allem durch den buschigen Schwanz aus, der in einer breiten, stumpfen Rundung endet. Am Schwanzende finden sich häufig drei schwarze „Kringel“. Das Fell ist dicht, das Streifenmuster recht auffällig, aber auch oft verwaschen. Lange wurden die Bestände vor allem durch Jäger dezimiert, heute besteht für sie ganzjährig Schonzeit.

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eulenart. Uhus haben einen massigen Körper und einen auffällig dicken Kopf mit Federohren. Die Augen sind orangegelb. Das Gefieder weist dunkle Längs- und Querzeichnungen auf. Als Standvogel jagt er bevorzugt in reich strukturierten Landschaften. Die Brutplätze finden sich vor allem in Felswänden und Steilhängen und in alten Greifvogelhorsten.

Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich genannt, ist der einzige Vertreter der Familie in Nord- und Mitteleuropa. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften in weiten Teilen des östlichen und nördlichen Europa. Er ist ein großer Schreitvogel mit langen Beinen und langem Hals. Kennzeichnend sind die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose rote Kopfplatte. Der keilförmige, schlanke Schnabel ist mehr als zehn Zentimeter lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung.

Der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) ist einer von zwei in Europa vorkommenden Vertreter der Vogelfamilie der Nachtschwalben (Caprimulgidae). Er ist ein langgestreckter, gut drosselgroßer Vogel mit einem großen, flachen Kopf und einem sehr kurzen, aber sehr breiten Schnabel, der von langen  Borsten umgeben ist. Das Gefieder ist graubraun rindenfarbig, mit helleren Binden und schwarzer Kritzelung. Die Flügel sind ungewöhnlich lang und  schmal; im letzten Drittel der Flügelunterseite erscheint eine markante weiße Flügelbinde. Im Flug wirkt der Vogel bedeutend größer und falkenähnlich.

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) gehört innerhalb der Fledermäuse zu den Glattnasen und ist leicht von anderen europäischen Arten zu unterscheiden. Die Größe beträgt 4,5 bis 5,8 Zentimeter mit einer Spannweite von 26 bis 29 Zentimetern bei einem Gewicht von 6 bis 13 Gramm. Ihren Namen bekam sie durch die mopsartige Schnauze. Ihr Fell und die Flughäute sind fast schwarz, die Bauchseite dunkelgrau. Die Ohren sind breit und an der Basis zusammengewachsen.  In den frühen Abendstunden geht sie auf ihre Beutezüge in der Höhe der Baumkronen oder dicht in der Höhe von „Gehölzen“

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist eine etwa mäusebussardgroße Greifvogelart, die ihre Verbreitung im Wesentlichen auf Europa beschränkt. Mehr als 50 Prozent des Gesamtbestandes brüten in Deutschland. Er hat ausgesprochen lange Flügel und einen langen Schwanz. Der sitzende Vogel wirkt rötlichbraun. Das Kopf-, Nacken- und Kehlgefieder ist fast weiß, mit schwarzen Federnschäften. Der kräftige Schnabel ist an der Basis gelb, am Schnabelhaken dunkelgrau oder schwarz. Im Flug fallen vor allem die langen schmalen Flügel und der tief gegabelte, rostrote Schwanz auf, der gefächert eine erkennbare Kerbung aufweist.

Das Haselhuhn (Bonasa bonasia) gehört zu den Raufußhühnern. Es ist ein kleiner scheuer Waldvogel, der sich in jungen Mischwäldern heimisch fühlt und etwa 35 Zentimetern groß wird. Die Gefiederzeichnung ist grau bis rotbraun auf der Ober- und weißlich-schwarz gemustert auf der Unterseite. Der Schwanz ist schwach gerundet und trägt am Ende eine breite, schwarze Querbinde. Bei Erregung stellen sich die Kopffedern zu einer charakteristischen „Holle“ auf. Der Flug ist schnell und geräuschvoll. Ein aufgeschrecktes Haselhuhn fliegt in der Regel nicht weiter als etwa 100 Meter.

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist neben dem Weißstorch, der etwas größer ist, die einzige in Europa brütende Art aus der Familie der Störche (Ciconiidae). Der Schwarzstorch ist ein scheuer Bewohner alter, geschlossener Wälder, die Still- und Fließgewässer aufweisen. Oberseite, Kopf, Hals und Brust sind metallisch glänzend schwarz, das Gefieder schillert metallisch grünlich, purpurn, aber auch kupferfarbig. Nur Brust, Bauch, die Unterflügel am Rumpf sowie die Unterschwanzdecken sind weiß. Schnabel und Beine des adulten Vogels sind während der Brutzeit leuchtend rot, sonst bräunlich bis matt dunkelrot.

Hintergrund

  • Die Jagd auf Singvögel gab in den 1970er Jahren den Anstoß für die EU-Vogelschutzrichtlinie. Diese  trat 1979 in Kraft und regelt den Schutz der wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume in der Europäischen Union und den der Europäischen Vogelschutzgebiete. Die Mitgliedstaaten verpflichteten sich damit zur Einschränkung und Kontrolle der Jagd ebenso wie zur Verwaltung von Vogelschutzgebieten zum Erhalt, der Wiederherstellung beziehungsweise Anlage von Lebensräumen wildlebender Vogelarten. Als Europäisches Vogelschutzgebiet oder englisch „Special Protection Area“ (SPA) bezeichnet man die Schutzgebiete, die auf der Grundlage von Art. 4 (1) der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen wurden. Zusammen mit den Schutzgebieten nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (1992), den FFH-Gebieten, bilden die besonderen Vogelschutzgebiete das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000. Eine Reihe von besonders gefährdeten oder schutzwürdigen Arten ist in Anhang I der Richtlinie aufgelistet und umfasst 181 Arten bezeihungsweise Unterarten. Darunter sind zu finden: Schwarzstorch (Ciconia nigra), Haselhuhn (Bonasa bonasia), Kranich (Grus grus), Uhu (Bubo bubo), Raufußkauz (Aegolius funereus), Rotmilan (Milvus milvus) und Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus).

 Quelle: Wikipedia