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Hinterland Das Projekt "Windkraft" gerät ins Stottern
Landkreis Hinterland Das Projekt "Windkraft" gerät ins Stottern
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19:04 31.01.2014
Die seltene Mopsfledermaus wir auch in der Region rund um Gladenbach vermutet. Foto: Stefan Thomas Quelle: Stefan Thomas
Eisemroth

In der Gemeindevertretersitzung der Gemeinde Siegbach, die im Eisemrother Bürgerhaus stattfand, gab Bürgermeister Berndt Happel einen Planungsstand zum Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte. Wie Happel berichtete, verzögere sich das Genehmigungsverfahren für den Bau des Windparks, der rund um den Bad Endbacher Ortsteil Günterod installiert werden soll. Eine Inbetriebnahme noch in diesem Jahr scheint weit entfernt.

Zur Vorgeschichte: Der Stromkonzern „Eon Mitte“ hat am 2. Oktober in Abstimmung mit den Gemeinden Bad Endbach, Bischoffen und Siegbach einen Genehmigungsantrag zum Bau der acht Windkraftanlagen gestellt.

Happel erläuterte nun, dass das Regierungspräsidium Gießen die Antragsteller dazu aufgefordert habe, die Antragsunterlagen zu ergänzen. Dabei geht es um artenschutzrechtliche Gutachten in Bezug auf eine eventuelle Fledermaus-Population. Die notwendigen Untersuchungen könnten, so Happel, jedoch erst in den Sommermonaten erstellt werden.

Aufstellen von Horchboxen

Die Obere Naturschutzbehörde schätzt das vorgesehene Windkraft-Gebiet aufgrund von Bergwerksstollen, die von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werden, als besonders schützenswert ein. Dies ist der Grund, weshalb ein deutlich erhöhter Untersuchungsumfang gefordert worden sei.

Happel berichtete weiter, dass der Verdacht vorliege, dass eine Mopsfledermaus im Raum Gladenbach eine Wochenstube habe, weshalb das Untersuchungsgebiet auch im Hinblick auf das Vorkommen dieser geschützten Art untersucht werden müsse. Um eventuelle Aktivitäten der Flugtiere zu dokumentieren müssten an jedem der geplanten acht Windkraftanlagen-Standorte sogenannte Horchboxen eingesetzt werden. Der Untersuchungsumfang sei von der Oberen Naturschutzbehörde in einem Abstimmungsgespräch festgelegt worden, berichtet der Siegbacher Bürgermeister.

Das Regierungspräsidium Gießen habe den Genehmigungsantrag bis zur Beendigung der Untersuchung zurückgestellt. Diese Verzögerung habe nun zur Konsequenz, dass der Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte wohl erst 2015 ans Netz gehen kann.

Ob und wie sich das Eckpunktepapier der Bundesregierung zur Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) auf diese Windparkplanungen auswirke, könne bislang nicht vorher gesagt werden, betonte Happel.

Ziel im Auge behalten

Unabhängig von anstehenden Gesetzesänderungen solle jedoch mit den weiteren Untersuchungen begonnen werden. „Wir dürfen unser Ziel trotzdem nicht aus dem Augen verlieren und versuchen weiter, dieses Projekt mit einer großen regionalen Wertschöpfung zu verwirklichen, an der sich auch die Bürgerinnen und Bürger aus der Region beteiligen können. Alles andere würde die Überlegungen und die Schritte, die zum Beispiel mit der Gründung der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH und dem damit verbundenen Vorhaben einer regionalen Stromerzeugung und Vermarktung mit Beteiligung der Bürger, ad absurdum führen“, sagte Berndt Happel.

von Klaus Peter