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Hinterland Das Dorf muss hinter dem Wirt stehen
Landkreis Hinterland Das Dorf muss hinter dem Wirt stehen
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21:43 19.06.2011
Wolfgang Lauer hat am Wochenende nicht nur seinen 60. Geburtstag gefeiert, sondern vor allem das 100-jährige Bestehen des Restaurants Sonnengold in Moischt. Quelle: Patricia Kutsch

Moischt. Obwohl es sein eigener Geburtstag war, kam Lauer selbst kaum zur Ruhe: Hier baute er das Büffet auf, dort begrüßte er Gäste und reichte nebenbei noch Sekt zum Empfang.

Ruhe, sich unter die Gäste zu mischen und feiern zu lassen, fand der Jubilar zu Beginn seiner Feier kaum. Er war überall und schaute, ob Nachbarn, Freunde und Familie gut versorgt waren und genug Essen da war.

Und während andere zu Beginn einer Rede mit Besteck gegen ein Glas klopfen, um Ruhe zu erbitten, nahm der Koch aus Moischt kurzerhand zwei große Schöpfkellen, die er aneinander schlug. Er erinnerte in einem kurzen historischen Überblick an die Geschichte des Restaurants und berichtete, dass die Gastronomiegeschichte der Familie eigentlich weiter zurückreiche als 100 Jahre.

Denn bevor sein Großvater 1911 als 22-jähriger Mann das heutige Restaurant baute und eröffnete, habe sein Urgroßvater bereits Ende des 19. Jahrhunderts in der heutigen Eulenkopfstraße eine Schankstube eingerichtet.

Die heutigen Gasträume seien laut Wolfgang Lauer am 30. April 1975 eröffnet worden. Er selbst habe 1987 den Betrieb von seinem Vater übernommen. Ob der Betrieb nach ihm weitergeführt wird, konnte er bei der Feier nicht sagen: „Ich wünsche es mir natürlich, aber es ist nicht meine Entscheidung.“ Wichtig sei auch, dass das Dorf hinter dem Restaurant stehe, denn nur vom Ausrichten von Feiern könnten Personal und Inhaber nicht leben.

Falls er jemanden oder etwas in seiner Rede vergessen habe, bat Lauer seine Gäste lachend, dies zu entschuldigen: „Ich vergesse ja immer irgendetwas!“ Schmunzeln und Lachen machte sich unter den rund 80 Gästen breit, als er daran erinnerte, dass sich mit Sicherheit in die Speisekarte des Abends wieder Fehler eingeschlichen hätten. „Irgendetwas mache ich da immer falsch – und wenn kein Fehler drin steht, dann ist die Karte nicht von mir“, witzelte der Gastronom, als seine Gäste in die Karte linsten und nach besagten Fehlern suchten.

von Patricia Kutsch

Mehr lesen Sie am Montag in der Printausgabe der OP.

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