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Hinterland Gute Aussichten für Herzpatienten
Landkreis Hinterland Gute Aussichten für Herzpatienten
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10:58 11.10.2018
Der Kardiologe Dr. Alexander Sattler und sein Kollege Dr. Stephan Baumann, die gemeinsam die Abteilung für Notfall- und Intensivmedizin am DRK-Krankenhaus leiten, sind stolz auf die Rezertifizierung als „Brustschmerz-Ambulanz“. Quelle: DRK-Krankenhaus Biedenkopf
Biedenkopf

Bei einem Herzinfarkt ist die Durchblutung des Herzens gestört, es zählt jede Sekunde, und schnelles Handeln ist gefragt. Im DRK-Krankenhaus Biedenkopf sind Herzinfarktpatienten in guten Händen, dies belegt die Rezertifizierung zur „Brustschmerz-Ambulanz“ (BSA). Diese wurde dem Krankenhaus nun durch die Gesellschaft für Kardiologie (DGK) erneut ausgestellt.

Dr. Alexander Sattler und sein Team klären demnach mit hoher fachlicher Kompetenz bei Brustschmerzen die Ursachen zeitnah ab. Dabei setzen sie auf standardisierte Verfahren und spezifische Behandlungsketten, die die Chancen der Patienten verbessern.

Vor drei Jahren erstmals zertifiziert

Das Erstzertifikat „Brustschmerz-Ambulanz“ stellte das DGK dem DRK-Krankenhaus im November 2015 für drei Jahre aus. Nun wurde die Kardiologie durch zwei unabhängige Gutachter erneut geprüft und bis 2023 als BSA zertifiziert.
Damit eine Abteilung als BSA ausgezeichnet werden kann, muss das Personal speziell ausgebildet sein, es müssen bestimmte Geräteanforderungen erfüllt werden sowie eine vernetzte Versorgungsstruktur mit einer kardiologischen Schwerpunktklinik mit CPU (Chest-Pain-Unit, Brustschmerz-Einheit) nachgewiesen werden.

„Es besteht seit vielen Jahren eine enge Kooperation mit der Uni-Klinik Marburg, die auch eine zertifizierte Chest-Pain-Unit vorhält. Wir sind seit kurzem noch besser vernetzt, da Professor Bernhard Schieffer, Leiter der Kardiologie im Uniklinikum Marburg nun auch in Kooperation mit unserer Inneren Abteilung für unser Krankenhaus tätig ist“, sagt A. Cornelia Bönnighausen, die Leiterin des DRK-Krankenhauses.

Die BSA ist die erste Versorgungsstufe bei Herzproblemen, die zweite eine CPU-Zertifizierung. CPU-Anforderungen sind zum Beispiel Integration in eine Notaufnahmeeinheit mit ständiger Verfügbarkeit von definierten Kapazitäten, die Leitung durch Kardiologen sowie mindestens vier Überwachungsplätze und eine enge Verzahnung mit dem Reanimations- und Notfallkonzept des Hauses.

Kooperation mit Marburger Klinik

„Wir sind stolz auf die Rezertifizierung als Brustschmerz-Ambulanz, können aber weit mehr. Wir erfüllen alle CPU-Anforderungen, bis auf die eine, die ständige Verfügbarkeit – 365 Tage rund um die Uhr – eines Herzkatheterlabors“, sagt Dr. Alexander Sattler, Leitender Arzt der Inneren Medizin, Intensiv- und Notfallmedizin. „Hier können wir aber durch die enge Kooperation mit der kardiologischen Klinik in Marburg unter Leitung von Professor Dr. Schieffer schnell und unkompliziert auf die Marburger Ressourcen zugreifen.“

Dem DRK-Krankenhaus kommt eine besondere Rolle in der Notfallversorgung im Hinterland und auch darüber hinaus zu. Zentral liegt sein Einzugsbereich, in dem rund 50.000 Menschen leben, im Schnittpunkt der vier Krankenhäuser in Dillenburg, Bad Berleburg, Frankenberg und Marburg. Es kann so die Versorgung der Patienten übernehmen und diese bei Bedarf für bestimmte Fragestellungen an das Uni-Klinikum in Marburg weiterleiten.
Zurzeit gibt es in ganz Deutschland 54 als BSA zertifizierte und 34 rezertifizierte BSA-Einrichtungen.

Am 21. November hält das DRK-Krankenhaus einen Herztag ab. Ab 14.30 Uhr werden im Seniorenzentrum Lahnaue Vorträge zu „Vorhofflimmern“ und „Herzstörungen“ gehalten.