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Christen wollen bis 2015 Armut halbieren

Fair Trade Christen wollen bis 2015 Armut halbieren

Fair-Trade-Aktivisten setzen sich für einen nachhaltigen Kakaoanbau ein. Mit dem Thema befasst sich auch Ferrero. Das Unternehmen benötigt den Rohstoff für seine Schokoladenprodukte.

Marburg. Rund 300000 Unterschriften hat die Marburger Gruppe der Micha-Initiative bereits gesammelt: Sie fordert die „fair gehandelte Nutella“. Die Micha-Initiative ist eine weltweite Kampagne von Christen, die sich gegen Armut einsetzen und dafür eintreten, dass die Milleniumsziele der Vereinten Nationen umgesetzt werden: Bis 2015 soll weltweit Armut halbiert werden. Die Marburger Aktivisten lenken die Aufmerksamkeit dabei auf die Kakaobauern in Westafrika. Laut Lebensmittelchemischem Institut der Deutschen Süßwarenindustrie bestellen Kleinbauern in Westafrika im Schnitt drei bis vier Hektar Land, um eine achtköpfige Familie durch zu versorgen. Um die Kinderarbeit in der Elfenbeinküste und anderen Ländern zurückzudrängen, schloss die Kakaoindustrie 2001 ein erstes Abkommen. Weitere folgten. An diese halte sich Ferrero, erklärt das Unternehmen, das die Marburger Micha-Gruppe zum Dialog und zu einer Besichtigung des Produktionsstandortes in Stadtallendorf einlud. Ferrero erklärte auch, dass es eine Reihe von Anstrengungen unternehme, um ab spätestens 2020 ausschließlich fair gehandelten Kakao und Haselnüsse zu verarbeiten. Dies werde in Jahresberichten und Selbstverpflichtungserklärungen öffentlich dargelegt.

Ferrero habe begonnen, die Transparenz und Bildungsmaßnahmen für die Farmer zu erhöhen, räumt „Micha“ ein. Auch begrüßen die Aktivisten die Nachhaltigkeitspläne des Unternehmens. Sie fordern aber das Fairtrade-Siegel - für Nutella. Und das so schnell wie möglich, damit ihr Ziel 2015 umgesetzt werden kann. Ihre Forderung stößt mittlerweile auf große Unterstützung. Die evangelische Studentengemeinde Marburg hat ein Youtube-Video erstellt und der Dokumentarfilmer Feli Menges („Schmutzige Schokolade“) gehört zu den Unterzeichnern der Marburger Micha-Petition.

von Anna Ntemiris

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