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Hinterland Cappeler Markt wird Vorreiter
Landkreis Hinterland Cappeler Markt wird Vorreiter
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18:36 13.11.2013
Die Bauarbeiten in Cappel laufen auf Hochtouren. Der neue Tegut-Markt wird wieder das gesamte Sortiment bieten – von der Fischtheke bis zum Getränkemarkt. Fotos: Thorsten Richter Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Außenarbeiten sollen noch in diesem Jahr - möglichst bald - abgeschlossen werden, damit im Winter nur noch Innenarbeiten stattfinden, erklärte Baustellenleiter Holger Otto vom der Firma Werner Projektentwicklung, die im Auftrag des Unternehmens Tegut den neuen Markt in Cappel baut.

Das Vorhaben laufe derzeit nach Plan, sodass Anfang April die Eröffnung gefeiert werden könne. Vor Ostern soll fast alles fertig sein - der Rest kommt nach und nach bis 2015.

Auf einer Grundstücksfläche von 15000 Quadratmetern werden mehrere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 4500 Quadratmetern eröffnet. Neben einem 2400 Quadratmeter großen tegut-Markt werden dort unter anderem Filialen von Aldi, Ernsting‘s Family und Deichmann eröffnet (die OP berichtete). Die Volksbank Mittelhessen wird mit ihrer Cappeler Geschäftsstelle ebenfalls ins neue Zentrum ziehen. 241 Parkplätze stehen den Kunden künftig zur Verfügung. Filialleiter Ralph Balthasar rechnet daher damit, dass wie bisher auch Kunden aus anderen Stadtteilen und den umliegenden Orten den Markt aufsuchen werden. „Das stärkt die Infrastruktur. In Cappel gibt es fast alles“, sagt Ortsvorsteher Heinz Wahlers. Der Ortsbeirat mische sich aber nicht in den Handel ein, betonte er. Tegut investiert in das Projekt zwölf Millionen Euro, erklärte Geschäftsführer Alexander Wilhelm im OP-Gespräch. Die neue Filiale werde das modernste und energieeffizienteste Tegut-Haus in Deutschland. Eine Heizung könnte man sich eigentlich sparen, denn die Abwärme der Kälteanlage reiche aus. Und auf dem neuen Marktdach wird eine Fotovoltaikanlage installiert.

Nach dem Vorbild des Marktes in Cappel will Tegut künftig weitere Geschäfte in Deutschland eröffnen. Die Lebensmittelkette will Anfang 2015 erstmals außerhalb ihres Stammgebiets expandieren. Ein erster Markt soll in Stuttgart eröffnen, weitere in anderen Orten Süddeutschlands. Der Stuttgarter werde aber nur halb so groß sein wie der Cappeler Markt, so Wilhelm. Das Cappeler Geschäft, das während des Umbaus auf verkleinerter Fläche geöffnet hat, sei bisher eines der umsatzstärksten Filialen, noch größer sei der Markt in Wehrda. Im Allianzhaus an der Universitätsstraße plant das Unternehmen ebenfalls einen Umbau. Man sei derzeit in Gesprächen mit dem Investor Joachim Tenkhoff, der dort das „Gutenbergcenter“ plant. Tegut wird der größte Mieter. Dass Tenkhoff nun seine Pläne verkleinert hat, sei Tegut sehr recht, so Wilhelm.

Bisher hatte die Kette, die im vergangenen Jahr vom dem Schweizer Handelsriesen Migros übernommen worden war, neue Märkte nur in einem Radius von etwa 150 Kilometern um die Firmenzentrale in Fulda eröffnet. Dieses Kilometer-Limit sei nun aufgehoben worden, so Wilhelm. Der Aufsichtsrat werde in Kürze entscheiden, wo weitere Standorte hinzukommen. Die Märkte sollen weiterhin von Fulda aus beliefert werden, sagte Wilhelm.Tegut hat in Hessen, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen derzeit etwa 280 Einkaufsmärkte. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2012 einen Umsatz von 1,16 Milliarden Euro. Die Handelssparte zählt 4135 Mitarbeiter, im gesamten Unternehmen sind es mehr als 5100.

von Anna Ntemiris

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