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„Gas geben“ für letzte Daten-Meile

Schnelles Internet „Gas geben“ für letzte Daten-Meile

Wirklich schnelles Internet bis an die Haustür gibt es nur mit Glasfaser. Ob und wie das in der Gemeinde Dautphetal möglich ist, wäre zu prüfen, wenn die Gemeindevertreter dies Montag bejahen.

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Bis in jedes Haus in der Gemeinde Dautphetal, wie zum Beispiel in Holzhausen, soll Glasfaserkabel verlegt werden. Ob das von der Gemeinde zu bewältigen ist, möchte die CDU prüfen lassen.

Quelle: Tobias Hirsch

Dautphetal. Gleich zweimal­ ruft die CDU das Thema „schnelles Internet“ bei der Gemeindevertretersitzung auf. Mit einer Anfrage wollen die Christdemokraten beantwortet wissen, wie der Status des 100-prozentigen Breitbandausbaus mittels Vectoring-Verfahren ist, ein Prüfantrag soll dagegen die Machbarkeit des Ausbaus der „letzten Meile“ vom Verteilerkasten bis in die Häuser per Glasfaserkabel klären.

Ein entsprechendes Konzept­ zum Glasfaser-Ausbau soll der Gemeindevorstand liefern, wenn das Parlament am Montagabend dem Antrag zustimmt. Danach sieht es nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses aus, der einstimmig bei Enthaltung der SPD-Vertreter die Annahme dieses Antrags empfiehlt. Dabei gilt es zu klären, wie die sogenannte „letzte Meile“, mit Glasfaser zu füllen ist – technisch und auch finanziell. Bisher bildet auf dem Weg vom Verteilerkasten, der oftmals von Glasfaserkabeln erreicht wird, bis zu den Haushalten und Unternehmen nämlich noch das geringere Übertragungsgeschwindigkeiten zulassende Kupferkabel einen ­Flaschenhals.

"Vergleichsweise weit mit dem Ausbau"

Der Fraktionschef der Christdemokraten, beschrieb im Ausschuss den Zustand folgendermaßen: „Der nach dem Vectoring-Prinzip vorgenommene­ Breitbandausbau war der erste,­ richtige Schritt“, betonte Dr. Horst Falk am Dienstagabend. Schnelles Internet werde für Online-Banking, Shopping, Streaming-Angeboten wie Netflix aber immer wichtiger.

Zwar sei man „dank der Breitband GmbH im Kreis vergleichsweise weit mit dem Ausbau“, doch es gebe noch einige weiße Flecken. „Wir wollen nicht nur 95 Prozent, sondern alle anschließen“, sagte Dr. Falk, und: Nicht nur für Haushalte sei flächendeckendes Internet mit hohen Übertragungsraten entscheidend, sondern auch für Unternehmen.

Geld vom Bund fehlt, Kreis hält 1,8 Millionen bereit

Da die Bundesregierung den Glasfaserausbau fördern will, sei dies eine gute Grundlage für den nächsten Schritt zu einer flächendeckenden Versorgung der Gemeinde auf hohem Niveau, ergänzte der CDU-Fraktionschef.

Joachim Ciliox, Fraktionsvorsitzender der SPD, begrüßt zwar die Idee, allerdings fehlen ihm die Förderungen, weil Glasfaser bis in jedes Haus viel Geld kostet: „Vom Bund gibt es noch nichts Greifbares.“ Gemeinde-Fachbereichsleiter Hermann Henkel stimmte zu: „Es fehlt der Nachdruck von Bund und Ländern“, sagte er. Glasfaserausbau sei nur mit „erheblichen Förderungen“, möglich.

Förderung durch den Landkreis

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat dagegen für den Breitbandausbau in seinem Haushalt 1,8 Millionen Euro in seinem Paket zur Entlastung der Kommunen eingeplant.
Auch Michael Honndorf, Fraktionschef der Freien Wähler, teilt den Grundgedanken des CDU-Antrags: „Wir brauchen allerdings einen vernünftigen Weg, der auch finanzierbar ist“, sagte er. Fragen wie, „Wer bezahlt was?“ oder „Ab wann zahlen Privatleute für Glasfaser bis ins Haus; ab der Bordsteinkante?“, seien zu klären. Dennoch war sich Honndorf mit den anderen Ausschussmitgliedern einig:  „Wir müssen zu einer 100-Prozent-Versorgung mit schnellem Internet kommen.“

  • Die öffentliche Gemeindevertretersitzung beginnt am Montag, 23. April, um 19 Uhr im Bürgerhaus in Dautphe.

von Gianfranco Fain

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