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C+P: Kündigungen an allen Standorten

Breidenbach auch betroffen C+P: Kündigungen an allen Standorten

C+P Möbelsysteme streicht Stellen, vor allem in der Verwaltung. Betroffen sind nach Unternehmensangaben alle Standorte, auch der Stammsitz in Breidenbach. 

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C+P Möbelsysteme streicht Stellen, vor allem in der Verwaltung. Betroffen sind nach Unternehmensangaben alle Standorte, auch der Stammsitz in Breidenbach. 

Quelle: Hartmut Bünger

Breidenbach. Zur Anzahl der Kündigungen machte Geschäftsführer Uwe Hainbach keine Angaben. Firmenintern kursiert nach Medienberichten die Zahl 55. Nach Mitteilung des Unternehmens sind die Stellenstreichungen eine von mehreren „nachhaltigen Maßnahmen, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten“. Hainbach erklärte, derzeit liefen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Abteilungen verschiedener Sparten sollen zusammengelegt werden.

Es werde ein Sozialplan erarbeitet, sagte Hainbach. „Wir versuchen natürlich auch Möglichkeiten zu nutzen, wenn jemand in Rente gehen will“, es gehe aber vor allem um Kündigungen. Ziel sei es, in Absprache mit dem Betriebsrat die „Personalmaßnahmen so sozialverträglich wie möglich“ zu gestalten. Uwe Hainbach geht davon aus, dass der Sozialplan innerhalb der nächsten Wochen steht. Der Geschäftsführer begründete die Stellenstreichung mit der Größe des Unternehmens.

Künftig sollten beispielsweise die Verwaltungsbereiche der Sparten Bauen und Einrichten zusammengelegt und Personalkapazitäten „standortübergreifend“ genutzt werden. „Ziel ist natürlich, Kosten zu sparen“, sagte Uwe Hainbach. „Wir sind im internationalen Wettbewerb.“

Stellen werden auch in den USA und Dubai gestrichen

Es sei eine Besonderheit, dass ein Betrieb so breit aufgestellt sei. Man habe aber auch Produktbereiche aufgegeben, die zu wenig Perspektiven am Markt hätten. Als Beispiel nannte Uwe Hainbach die Produktion von Laborausstattung. Er werde geschlossen, derzeit würden noch bestehende Aufträge abgewickelt.

Stellen fallen laut Hainbach nicht nur in Breidenbach, sondern auch an internationalen Standorten weg: Unter anderem in Dubai und den USA.

Hintergrund

C+P Möbelsysteme gehört zur 1925 gegründeten Christmann & Pfeifer Gruppe, die einen Jahresumsatz von rund 180 Millionen Euro erwirtschaftet. Der deutsche Hersteller ist weltweit tätig und beschäftigt derzeit mehr als 700 Mitarbeiter im In- und Ausland.

C+P Möbelsysteme hat nach eigenen Angaben auch ein neues System zur Fertigungssteuerung eingeführt. „Wir müssen sowohl die Kapazitäten als auch unsere Kostenstrukturen an die veränderten Marktgegebenheiten anpassen“, erklärte Tomas Kirschenfauth, ebenfalls Geschäftsführer von C+P.

National wie international gelte es, in einem umkämpften Marktumfeld die Position als Marktführer für das Einrichten mit Stahl zu verteidigen. Darüber hinaus sei es erforderlich, die Fertigungsprozesse auf die Anforderungen der Industrie 4.0 einzustellen. „Die Kunden erwarten heute auch für kleinere Stückzahlen einen höheren Individualisierungsgrad bei kürzeren Lieferzeiten“, erläutert Kirschenfauth. „Dieser Trend wird sich unaufhaltsam fortsetzen“.

C&P in 2017 sehr erfolgreich

Hierfür sei auch die Einführung eines neuen Systems zur Produktionsplanung und -steuerung erforderlich, das als Ergänzung der bestehenden Stammsoftware in diesem Jahr eingeführt werde. Die Produktbreite vom klassischen Stahlschrank bis zur innovativen Raumlösung für Akustik, Klimatisierung und Begrünung sei eines der C+P Alleinstellungsmerkmale und müsse deshalb weiter professionalisiert werden. „Es gilt, alle noch bestehenden Reibungsverluste in Prozessen zu eliminieren“, sagte Kirschenfauth.

Insgesamt sei die Christmann & Pfeifer Gruppe 2017 sehr erfolgreich unterwegs gewesen. Beide Unternehmensbereiche hätten eine führende Marktposition erobert. Im Unternehmensbereich Bauen seien die neuen Produktideen so positiv vom Markt aufgenommen worden, dass sie nach Unternehmensangaben bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer überraschend hohen Beschäftigung geführt und einen spürbaren Beitrag zum sehr guten Jahresergebnis geleistet hätten.

Die Möbelsparte ist laut eigenen Angaben der größte Einrichtungshersteller in der Stahlmöbelbranche und damit einer der wichtigsten Partner für den Einrichtungshandel.
Kirschenfauth: „Wir sind exzellent am Markt aufgestellt und gehören vom Onlinehandel mit Einzelprodukten bis hin zum internationalen Projektgeschäft zu den bedeutenden Anbietern.“

von Mark Adel

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