Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Junge legen Wert auf Spaß und Freizeit

„Business Talk“ 
der Agentur für Arbeit Junge legen Wert auf Spaß und Freizeit

Beim „Business Talk“ 
der Agentur für Arbeit diskutierten Unternehmer aus der Region die 
Anforderungen auf dem heutigen Arbeitsmarkt.

Voriger Artikel
Schwitzen an der Speckmühle
Nächster Artikel
Sanierungskonzepte liegen im Juni vor

Professorin Jutta Rump (links) referierte vor rund 100 Unternehmern in der Agentur für Arbeit über Erwartungen junger Arbeitnehmer.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Die Work-Life-Balance ist ein Megatrend“, so Professorin Jutta Rump. Wer wisse, dass seine einmal abgeschlossene Ausbildung nicht bis an das Ende seiner Berufstätigkeit ausreiche und wen fünfzig Jahre Lebensarbeitszeit erwarteten, der sage sich: „Ich sollte in Balance 
bleiben, sonst schaffe ich das nämlich nicht.“ Inzwischen habe ein Wertewandel stattgefunden, denn auch ältere Generationen legten nun darauf wert.

Jutta Rump, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Hochschule Ludwigshafen war am Dienstag die Referentin des „Business Talk“ der Marburger Agentur für Arbeit. Vor rund 100 Unternehmern hielt sie einen Vortrag zum Thema „Generation Y und ihre Erwartungen an die Arbeitswelt in Zeiten des demographischen Wandels“.

Vereinbarkeit mit Familie – auch für Väter

„Die jüngere Generation ist ein knappes Gut“, so Rump. Daher würden Arbeitgeber um die sogenannte Generation Y, die zwischen 1985 und 2000 geboren wurde, werben. Damit erlebten junge Menschen eine ganz andere Situation als die Babyboomer, die auf dem Arbeitsmarkt derzeit den größten Anteil hätten.

Wer als Babyboomer damals endlich einen Job gefunden habe, sei dafür so dankbar gewesen, dass er dem Unternehmen ewige Treue geschworen habe. Disziplin und Fleiß seien ausgeprägt, wem die Arbeit keinen Spaß mache, der halte locker zehn Jahre durch und mache Dienst nach Vorschrift.

„Die Generation Y zeigt höchste Leistungsbereitschaft, wenn die Arbeit Spaß macht, sinnvoll und nachvollziehbar ist und eine Perspektive bietet“, so Rump. Sei das nicht gegeben, kündige der Arbeitnehmer nach spätestens zwei Jahren.

Rump: Interessen der Generationen ausbalancieren

„Wenn ich die hohe Leistungsbereitschaft will, arbeite ich an meiner Führungskompetenz“, so Rump. Erwartet werde beispielsweise eine wertschätzende Kommunikationskultur, Transparenz, die Beteiligung an Entscheidungen und eine ehrliche Feedbackstruktur. Wichtig sei für die Generation Y eben auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, auch für Väter. Die Familie, Partnerschaft und Freundschaften würden als Stabilitätsfaktoren betrachtet in der als instabil empfundenen Welt. 
Die Work-Life-Balance sei daher in der Liste der Prioritäten von Platz 17 auf Platz 1 gewandert.

Als Führungskraft in einem Team sei es wichtig, die unterschiedlichen Generationen auszubalancieren. Wer sich „für die Jungen hübsch mache“ und auf ihre Bedürfnisse eingehe, dürfe dabei nicht die Älteren vergessen. Dabei sei es wichtig, sich so etwas wie „Leitplanken“ festzulegen, Grenzen, die gewährleisten, dass das Geschäftsmodell nicht unter individuellen Arbeitszeiten leide. Innerhalb dieser „Leitplanken“ gebe es dann Verhandlungsspielraum für individuelle Lösungen. Teil des Generationenmanagement sei es auch, für gegenseitiges Verständnis zu sorgen. „Jüngere müssen wissen wie Ältere ticken und umgekehrt“, so Rump.

von Freya Altmüller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr