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Busfahrer bekommen mehr Geld

Tarifabschluss Busfahrer bekommen mehr Geld

Die Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft mbH können sich freuen: Ab 1. August gibt es mehr Lohn - wenn auch nicht so viel wie ursprünglich in den Tarifverhandlungen gefordert.

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Für die Busfahrer der Marburger Verkehrsgesellschaft gibt es ab 1. August 3,5 Prozent mehr Lohn. Nochmal 1,5 Prozent mehr gibt es ab 1. Januar, sodass jeder Busfahrer dann auf einen Stundenlohn von 11,04 Euro kommt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Über Monate hatten sich die Tarifverhandlungen der Busfahrer bei privaten Verkehrsbetrieben in Hessen mit der Gewerkschaft Verdi und dem Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LHO) hingezogen. Mehrfach legten auch die Beschäftigten der Marburger Verkehrsgesellschaft (MVG) die Arbeit nieder und traten in den Warnstreik (die OP berichtete). Nun kam es endlich zu einer Einigung: Der Stundenlohn bei Busfahrern in privaten Omnibusunternehmen in Hessen steigt vom 1. August an um 3,5 Prozent. Ab 1. Januar 2013 sind dann noch einmal weitere 1,5 Prozent fällig.

Nach vier Verhandlungstagen haben sich LHO und Verdi - neben einer Lohnerhöhung für die Mitarbeiter - zudem auf eine Zulage für Fahrer in ländlichen Gebieten geeinigt: Sie erhalten nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit eine Zulage in Höhe von 0,05 Euro pro Stunde. Außerdem erhalten die Busfahrer eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro, die mit dem Juli-Gehalt überwiesen werden soll. Darüber hinaus wird auch die monatliche Vergütung für Auszubildende um 50 Euro angehoben und durch eine Einmalzahlung von 125 Euro ergänzt.

Damit fielen die Verhandlungsergebnisse aus Sicht der Busfahrer deutlich niedriger aus als gefordert: Eine Erhöhung ihres Stundenlohns um 1,50 Euro, die Ausweitung der Betriebszugehörigkeitszulage in Höhe von durchschnittlich 30 Cent auf alle Beschäftigten und die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro im Monat für jedes Lehrjahr lauteten die ursprünglichen Forderungen. Die Arbeitgeberseite hatte ihren Beschäftigten in den seit Mitte Januar laufenden Verhandlungen angeboten, die Stundenlöhne um 2,2 Prozent für 13 Monate und um weitere 2 Prozent für weitere 13 Monate anzuheben.

„Wir betrachten das Ergebnis als Zwischenlösung, als einen Stand, den es abzusichern galt“, sagt Thorsten Beliza, Betriebsratsvorsitzender der MVG und Mitglied der Tarifkommission. Natürlich seien die Kollegen mit dem Ergebnis nicht zufrieden. „Es ist bescheiden, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und immerhin eine kleine Verbesserung“, fügt er hinzu.

Der Tarifabschluss läuft bis zum 30. Juni 2013. „Dann sind nicht nur neue Lohntarifverhandlungen sondern auch Verhandlungen für einen neuen Manteltarifvertrag fällig“, berichtet der MVG-Betriebsratsvorsitzende. Das werde erneut eine spannende Zeit.

Für die Arbeitgeberseite ist der jetzt erreichte Tarifabschluss auch nicht einfacher: „Es waren angesichts der hohen Forderungen seitens der Gewerkschaft sehr schwierige Verhandlungen. Daher sind wir froh, eine gemeinsame Lösung gefunden zu haben“, erklärt Volker Tuchan, Geschäftsführer des LHO. Vor allem für kleinere Busunternehmen sei es ein wirtschaftlich schwieriger Abschluss: „Unsere Mitgliedsunternehmen wollen qualifizierten Mitarbeitern ordentliche Arbeitsplätze bieten. Mit Blick auf den enormen Wettbewerb in Hessen und die stark gestiegenen Dieselpreise ist dieser Tarifabschluss für einige Unternehmen des Verbandes an der Grenze des Verkraftbaren.“

von Katharina Kaufmann

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