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Kandidaten gehen auf Stimmenfang

Bürgermeisterwahl Bad Endbach Kandidaten gehen auf Stimmenfang

Während die Bad Endbacher CDU das Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl erst noch verdauen muss, geht es für Julian Schweitzer (SPD) und Karina Schlemper-Latzel (parteilos) in Runde zwei.

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Sie streben am 8. Oktober ein Duell auf Augenhöhe an: Die 33-jährige Karina Schlemper-Latzel (parteilos) aus Kirchvers tritt gegen den 25-jährigen Julian Schweitzer (SPD) an. Für sie beginnt eine weitere heiße Wahlkampfphase.

Quelle: Christian Röder

Bad Endbach. Die CDU hat mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Henning Hild, der auch im Gemeindeparlament vertreten ist, zwar einen Achtungserfolg erzielt – er holte die drittmeisten Stimmen – aber jetzt muss sich die Fraktion darauf einstellen, ab 2018 keinen Bürgermeister mehr zu stellen. Zwei Wahlperioden hatte sie mit Markus Schäfer, einen Mann aus ihren Reihen auf dem Chefposten im Rathaus. Schäfer löste 2005 den parteilosen Jochen Becker ab, der das Amt seit 1993 innehatte.

Für die SPD trat 2005 Rolf Bernshausen gegen Schäfer an, unterlag aber in der Stichwahl dem Amtsinhaber. Nun könnten die Sozialdemokraten mit Julian Schweitzer auf das richtige Pferd gesetzt haben.

Er holte 34,1 Prozent der Stimmen und Unterstützung scheint ihm schon jetzt sicher. Armin Müller-Rasmussen (parteilos), rief nach der Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses dazu auf, am 8. Oktober den SPD-Kandidaten zu wählen.

Auch Volker Jakob (parteilos) forderte seine Wähler dazu auf, den 25-jährigen Schweitzer zu unterstützen. Damit sprechen beide Wahlverlierer eine Wahlempfehlung für einen der ihren aus. Schweitzer kommt aus Bottenhorn, Schlemper-Latzel lebt in Kirchvers und wird von der FWG unterstützt.

Schlemper-Latzel muss 408 Stimmen aufholen

Der CDU-Kandidat Henning Hild konnte sich nach seiner Niederlage nicht dazu durchringen, eine Empfehlung abzugeben. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Otto-Erich Pfeifer vermeldet auf Anfrage der OP einen Tag nach der Wahl noch keine Tendenz, ob seine Fraktion eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten aussprechen wird. „Wir müssen das Ergebnis erst einmal sacken lassen“, sagte Pfeifer. Im Lauf der Woche wird seine Faktion den Wahlausgang analysieren und dann die Entscheidung treffen. Davon, dass Müller-Rasmussen, der sich als Parteiloser mit CDU-Parteibuch zur Wahl stellte, dem CDU Kandidaten Hild, der ohne Parteibuch in der CDU seine kommunalpolitische Heimat gefunden hat, Wählerstimmen gekostet hat, geht Pfeifer nicht aus. „Das ist reine Spekulation.“ Die Wahl des Bürgermeisters sei ­
eine Personenwahl. Da spiele­ die Parteizugehörigkeit keine Rolle, sagt Pfeifer.

Am 8. Oktober werden die 6408 Wahlberechtigen in Bad Endbach erneut an die Wahlurne gehen, und darüber abstimmen, ob die erste Frau ins Rathaus einzieht oder der jüngste Rathauschef der Gemeinde­ gekürt wird. Bis dahin müssen beide Kandidaten die Werbetrommel rühren und Wähler gewinnen.

Schlemper-Latzel muss sich mächtig ins Zeug legen, will sie die Nase vorn haben. Sie lag 408 Stimmen hinter Schweitzer. Mit dem Ergebnis war sie alles andere als unzufrieden. Mit einem Wahlsieg habe auch er nicht gerechnet, aber auf ein gutes Ergebnis gehofft, sagte Schweitzer. Er hat sich in den kommenden 14 Tagen vorgenommen, die Bad Endbacher von seinen Zielen und Inhalten zu überzeugen, um die Wähler, die ihm nicht seine Stimme gegeben haben, auf seine Seite zu holen.

Als einzige Frau unter den sechs Kandidaten hat Schlemper-Latzel aus ihrer Sicht sehr gut abgeschnitten. Dass sie es in die Stichwahl geschafft hat, davon war sei selbst überrascht, aber auch überwältigt. Auch sie will in den nächsten zwei Wochen noch weitere Bad Endbacher davon überzeugen, das Kreuz bei ihr zu machen.

von Christian Röder, 
Edgar Meistrell und 
Silke Pfeifer-Sternke

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