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Bürgermeister übernimmt das Steuer

Thermenleitung Bürgermeister übernimmt das Steuer

Nach zwei Jahren ziehen die DSGB Sportstättenbetriebs und Planungsgesellschaft und die Gemeinde Bad Endbach eine positive Bilanz.

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Bürgermeister Markus Schäfer (Mitte) verabschiedete Hans-Peter Vogelhofer und Projektleiterin Birgit Grübler.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Bad Endbach. Morgen endet der Beratervertrag zwischen der DSGB aus Herne und der Gemeinde Bad Endbach. Das Ziel, die Lahn-Dill-Bergland-Therme auf Kurs zu bringen, scheint erreicht. Die Zahlen geben Bürgermeister Markus Schäfer und DSGB-Geschäftsführer Hans-Peter Vogelhofer allen Grund zur Freude. Aber für Schäfer besteht noch nicht die Voraussetzung, um sich zurückzulehnen. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung übernehmen künftig die Thermenleitung: Bürgermeister Schäfer ist für das operative Geschäft und das Personal verantwortlich, Bernd Grebe ist kaufmännischer Leiter, Thomas Reuter ist technischer Leiter und Stefan Ziegler von der Tourist-Info wird für das Marketing zuständig sein. Eine - wie mit der DSGB geplante - Besetzung der Geschäftsführerstelle wird es nicht mehr geben. Ab dem 1. November gilt es, selbstständig den Entwicklungsprozess der Therme fortzuführen.

Erklärtes Ziel des Beratervertrags war es, die 2009 eröffnete Therme zur Marktreife zu bringen. Das sei gelungen, bestätigt Vogelhofer. Durch die Qualitäts- und Attraktivitätssteigerung und die Vielzahl der Veranstaltungen „habt ihr die Probleme, die wir vor zwei Jahren hatten, gelöst“, bestätigt Bürgermeister Schäfer. Die Besucherzahl ist von 2010 bis 2011 um 30 Prozent gesteigert worden. Von Januar bis September 2012 stieg die Besucherzahl um weitere 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mittlerweile stößt die Therme zu Spitzenzeiten sogar an ihre Kapazitätsgrenze. „Bei 700 Besuchern am Tag platzt die Therme aus allen Nähten“, sagt Vogelhofer. Deshalb ist für 2013 der Umbau der Umkleiden und des Sauna- sowie des Ruhebereichs fest eingeplant. Das Geld für das Bauprojekt ist bereits im Haushalt etatisiert. Schäfer geht davon aus, dass im Frühjahr 2013 mit dem Umbau begonnen werden kann und dass die Therme ab Herbst 2013 noch mehr Besuchern Platz bietet. Die Erweiterung dient auch der Erlössteigerung. Unter dem Management der DSGB erreichte die Therme von 2010 bis 2011 eine Einnahmensteigerung um 65 Prozent (405040 Euro).

Vogelhofer sprach von einem Dilemma, als die DSGB das Management der Therme übernommen hatte: geringe Besucherzahlen, unbefriedigende Einnahmesituation, Imageprobleme in Bad Endbach und der Region. Man habe die Therme als überteuert empfunden. Als größtes Problem bezeichnete Vogelhofer aber die Dienstleistungsqualität. Diese zu verbessern, habe Priorität gehabt, um somit die Besucherzufriedenheit zu erhöhen und um eine bessere Kundenbindung zu erreichen. Zunächst sei die Personalstruktur geändert worden, indem Teamleiter bestimmt worden seien. Es sei bei den gut 40 Mitarbeitern eine hohe Identifikation mit den Produkten und den Dienstleistungen erreicht worden. Belohnt wurden diese Bemühungen mit einer 96-prozentigen Kundenzufriedenheit. „An den restlichen 4 Prozent wird noch gearbeitet“, sagt Vogelhofer.

Am Mittwoch übergibt er die zur Marktreife geführte Lahn-Dill-Bergland-Therme an die Gemeinde. Als wichtigste Implementierung bezeichnete Vogelhofer die Einrichtung der Sommerlounge. Vorher habe man versucht, dem Sommerloch mit einer Preissenkung zu begegnen. Das sei kontraproduktiv gewesen. Durch die Sommerlounge habe sich die Besucherzahl in den Sommermonaten deutlich erhöht - zumal die Besucher mit einem Zwei-Stunden-Tarif zwei Stunden länger in der Therme verweilen können. Das habe nicht nur die Zufriedenheit der Kunden gesteigert, sondern auch dafür gesorgt, dass die Pächter - die Gastronomie Ferron und „Meine Insel“ - ihr Auskommen haben.

„Wir haben unser Versprechen, die Beliebtheit der Therme zu steigern, gehalten“, sagt Vogelhofer und ergänzt, dass die Bad Endbacher wieder stolz auf ihre Therme sein können. Entscheidend dazu beigetragen habe auch die Freundlich- und Herzlichkeit des Personals. Dadurch habe sich der Wettbewerbsnachteil, der bedingt ist durch die fehlende Anbindung an Großstädte und eine gute Infrastruktur, aufgehoben. „Die meisten Thermen liegen verkehrsgünstiger, das kompensiert Bad Endbach mit menschlicher Wärme“, sagt Vogelhofer.

Alle eingesetzten Instrumente haben dazu geführt, dass das Defizit geschrumpft ist - auf aktuell 700000 Euro. Angestrebt wird eine Reduzierung um weitere 200000 Euro, um die Therme auf dem Zuschussniveau des alten Bewegungsbades zu halten. Auch die Altersstruktur hat sich verändert. Die Besuchergruppe der unter 50-Jährigen sei stark gestiegen - im Saunabereich, erklärt Schäfer.

von Silke Pfeifer-Sternke

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