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"Bürgermeister - hat sich ergeben"

Jüngster Rathauschef Hessens "Bürgermeister - hat sich ergeben"

Wenn Julian Schweitzer am 8. Januar in sein Amt eingeführt wird, ist der Sozialdemokrat mit 25 Jahren Hessens jüngster Bürgermeister.

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Die 33-jährige Karina Schlemper-Latzel (parteilos) gratulierte dem Sozialdemokraten Julian Schweitzer nach der Stichwahl am 8. Oktober zum Wahlsieg. Schweitzer ist Hessens jüngster Bürgermeister.Archivfoto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Bad Endbach. Am 10. Januar wird Julian Schweitzer seinen Posten im Bad Endbacher Rathaus beziehen. Er löst den Christdemokraten Markus Schäfer ab, der nach zwei Legislaturperioden nicht mehr zur Wahl stand, und setzte sich in der Stichwahl am 8. Oktober souverän gegen seine Mitbewerberin Karina Schlemper-Latzel durch, die mehr Lebenserfahrung und auch mehr Verwaltungserfahrung auf ihrer Habenseite verbuchte.

Doch der Jüngste in der Gruppe von sechs Anwärtern auf den Chefposten im Rathaus hat alle anderen abgehängt - vielleicht gerade aufgrund seiner jugendlichen Sicht der Dinge. Überzeugt hat er mit einem Wahlkampf, bei dem er sich auch der sozialen Netzwerke bediente, und vor allem jüngere Wähler angesprochen hat. Politik reizt Schweitzer. Er hat bei der Kommunalwahl den Sprung in die Gemeindevertretung Bad Endbachs aus dem Stand geschafft und sitzt auch für die Sozialdemokraten im Kreistag. Sein Slogan „Der Schweitzer macht‘s“ hat ihm den Weg zum nächsten Ziel geebnet: Bürgermeister.

Bei seiner Amtseinführung am 8. Januar ist er in der Riege von Hessens Bürgermeistern der jüngste. Der Bürgermeister von Hohenroda (Hersfeld-Rotenburg), André Stenda (CDU), wurde mit 27 Jahren ins Amt gewählt, Thorsten Stolz (SPD) war auch 27 als er 2006 Bürgermeister von Gelnhausen (Main-Kinzig) wurde. Inzwischen ist Stolz Landrat.

Im Gespräch mit der OP erzählt Julian Schweitzer, wie es sich anfühlt der Jüngste zu sein und erläutert seine Beweggründe, sich politisch zu engagieren.OP: Sie sind Hessens jüngster Bürgermeister. Wie fühlt sich das an?

Julian Schweitzer: Mein Gefühl nun Bürgermeister von Bad Endbach zu sein ist ein gutes Gefühl. Ganz unabhängig davon, der jüngste Bürgermeister in Hessen zu sein. Für mich war es die richtige Entscheidung diesen Schritt zu gehen. Die Bürgerinnen und Bürger haben Mut bewiesen, einen jungen Kandidaten zu wählen. Jetzt liegt es an mir, dieses Amt so auszuüben, dass die Menschen davon überzeugt sind, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich freue mich auf die vor mir liegenden Aufgaben und bin motiviert loszulegen.

OP: Womit wollen Sie Ihre Skeptiker überzeugen?

Schweitzer: Ob ich jemals alle Skeptiker von mir überzeugt haben werde, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich bin mir aber sicher, dass ich nun meinen Worten Taten folgen lassen werde. Ich werde mit offenen Augen und Ohren durch die Großgemeinde gehen und den Kontakt auch zu den Kritikern suchen. Ich werde meine Entscheidungen transparent machen und den Bürgern erklären, was wir in der Gemeindeverwaltung machen.

OP: Ist Bürgermeister Ihr Traumberuf?

Schweitzer: Für mich ist Bürgermeister zu sein, zu einer Berufung geworden. Ich mag es, Politik für die Menschen in meiner Heimat zu machen und bin gerne im Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Für mich ist es eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ich freue mich darauf aktiv zu gestalten, ein verlässlicher Vorgesetzter zu sein und eine Gemeinde Bad Endbach zu repräsentieren. Jedoch habe ich früher nicht den Wunsch gehabt, Bürgermeister zu werden. Dieser Weg hat sich in den vergangenen Jahren ergeben.

OP: Was reizt Sie an Politik?

Schweitzer: Politik gestaltet das Leben von uns allen. Hier werden alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen mitzumachen und mitzuentscheiden. Oft vergisst man, dass in unseren politischen Gremien Bürgerinnen und Bürger sitzen, die diese verantwortungsvolle Aufgabe ehrenamtlich in ihrer Freizeit ausüben. Politische Entscheidungen nachzuvollziehen ist dabei keinesfalls einfach. Man muss viel Zeit investieren, um die komplexen Fragestellungen zu verstehen. Jedoch hat man hier die Möglichkeit, für seine Standpunkte einzustehen. Politik war für mich lange Zeit die Erweiterung meines Berufes. Als Sozialpädagoge ist es mir schon immer ein großes Anliegen gewesen, für Gerechtigkeit zu kämpfen und mich zum Wohle aller zu engagieren. Das gilt bei den großen Gesellschaftsthemen wie aber auch bei den „kleinen“ Themen.

von Silke Pfeifer-Sternke

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